Frankreichaustausch 2009

Am 4. März 2009 ging es los. Für 10 Tage sollten wir, 27 Schüler aus den Klassen 9 und 10 der Diltheyschule, das französische Leben kennenlernen. Das Ziel: Montreuil-Bellay, eine kleine Stadt im Westen Frankreichs. Jeder hatte einen Austauschpartner, den er schon bei dem Gegenbesuch in Deutschland im November 2008 kennen gelernt hatte. Alle freuten sich, sich nach drei Monaten endlich wiederzusehen und wurden auch sogleich mit Küsschen rechts, Küsschen links empfangen. Viel Zeit zum Ausruhen blieb jedoch nicht, denn schließlich hatten auch wir einen Plan, der eingehalten werden musste.

Hier der Ablauf und ein paar Kommentare der Schüler:

Mittwoch: Nach einer 12 stündigen Fahrt sind wir um ca. 19 Uhr endlich in Montreuil-Bellay angekommen.
„Ich bin so müde, ich klapp denen noch vor der Haustür um!“

Donnerstag: Es stand eine Rallye durch Monreuil-Bellay an, die auch alle meisterten. Nach dem Mittagessen in der Kantine der Schule, das aus Spagetti mit Fleisch und Beilagen bestand, besuchten wir noch in Rochemenier eine Troglodyten Stadt, die in einen Fels gemeiselt war.

Freitag: Am Freitag stand eine interessante Besichtigung von Nantes und „les machines de l’île“ an, wobei, wie für Diltheyschüler üblich, fleißig Wissen gesammelt wurde.
„Ah, wir haben uns verlaufen. Wir werden sterben!!!! Ach so, da vorne ist es ja.“

Samstag: Futuroscope! Ein lustiger Ausflug zu einem Freizeitpark stand an. In Gruppen von Franzosen und Deutschen wurde dieser erkundet und alle hatten Spaß.

Sonntag: Am Sonntag blieben wir in der Familie und sammelten jeder seine individuellen Erfahrungen.

Montag: Einmal sehen, was Leonardo da Vinci gemacht hat und wo er wohnte, das konnten an diesem Tag auch wir. In der Stadt Amboise im „Manoir Clos du Lucé“ erfuhren wir in einer künstlerischen, naturwissenschaftlichen oder geschichtlichen Führung interessante Dinge über da Vinci oder, wie die Franzosen sagen, „Léonard de Vinci“ und seine Werke.

Dienstag: Der Vormittag war schnell verplant. Unterricht hieß es nun auch für uns, damit auch wir schulisch nicht zu kurz kommen. In Gruppen von zwei oder drei deutschen Schülern wurden wir in Unterrichtsstunden geschickt. Die Belohnung: Lasagne in der Kantine. Anschließend besichtigten wir in Saumur noch die Keller von Bouvet-Ladubay, wo Wein hergestellt und gelagert wurde, und durften selbst welchen probieren (natürlich nur einen kleinen Schluck).
„Ich hab nichts getrunken. Hicks.“

Mittwoch: Pilze. Das war das Thema. Wir besichtigten eine Art Höhle, in der gezeigt wurde, wie Pilze gezüchtet werden und welche verschiedene Arten es gibt. Der Nachmittag wurde in den Familien verbracht.

Donnerstag: Donnerstag war königlich, naja, vielleicht nicht wirklich. Wir besichtigten das „château“ von Montreuil-Bellay. Nach einem wieder leckerem Essen in der Kantine, es gab wahlweise Fisch oder Blutwurst mit Kartoffeln und Beilage, fuhren wir nach Saumur, um dort eine weitere Rallye zu absolvieren.
„Wir haben zehn Minuten.“

Freitag: Rotz und Wasser wurde geheult, einerseits, weil wir schon um acht Uhr fuhren und andererseits, weil es ein Abschied war. Doch man weiß ja: Wo ein Mittel ist, ist auch ein Weg.

Durch diesen Austausch konnten wir nicht nur unsere Sprachkenntnisse verbessern, darüber hinaus lernten wir den französischen Alltag mit anderen Schulzeiten, Freizeitangeboten, Essensgewohnheiten usw. kennen. Es wurden unzählige neue Freundschaften geschlossen, die via Internet, Post, Telefon etc. aufrecht erhalten werden sollen. Viele wollen wieder kommen oder die Franzosen nochmal nach Deutschland einladen.

Schnee am Rhein, Sonne an der Loire: Frankreichfahrt

Außergewöhnlich spät fand in diesem Schuljahr der traditionelle Frankreichaustausch statt: Ende November bis Anfang Dezember. Der Grund: die französische Deutschlehrerin Madame Anglaret wollte, den deutschen Wetterbedingungen zum Trotz, den Aufenthalt eng an ihre Arbeit im Unterricht anbinden, deren Thema Weihnachten war. So warteten 28 Diltheyschüler und -schülerinnen besonders lange auf ihre „corres“ (Austauschpartner), die sie zudem aus einer zweijährigen Brieffreundschaft kannten und unbedingt von Angesicht zu Angesicht sehen wollten. Doch das Warten hat sich einmal mehr gelohnt: Der deutsche Winter bedachte die Franzosen mit echtem Schnee, der zu Schneeballschlachten verführte und an einem Tag sogar einem Teil der Schüler den Weg nach Wiesbaden verwehrte – wie aus dem Lehrbuch. Und beim Besuch mehrerer Weihnachtsmärkte (u.a. in Wiesbaden, Mainz, Koblenz und Frankfurt) konnten sich die französischen Gäste davon überzeugen, dass die Weihnachtsspezialitäten aus ihren Deutschbüchern noch besser schmeckten als angenommen. Viele wären gerne noch länger geblieben.

Anfang März ging es dann zum Gegenbesuch nach Montreuil-Bellay, pünktlich zum inoffiziellen Frühlingsanfang, der den deutschen Schülern aus den Klassen 10a, 10b, 10c, 10d und 9e mit strahlendem Sonnenschein wunderschöne Tage an der Loire bescherte. Aber nicht nur das Wetter war begeisternswert, auch der Empfang durch die französischen Freunde mit einem tollen Programm. Neben der Sektkellerei Bouvet-Ladubay und der Höhlenstadt Rochemenier, Leonardo da Vincis letztem Schaffensort in Amboise und dem Schloss von Montreuil-Bellay selbst war der Besuch der Stadt Nantes klar der Renner. Auf den Spuren des Französischbuchs A Plus! erkundeten die Schüler selbständig die Stadt, stellen sich die Sehenswürdigkeiten gekonnt auf Französisch gegenseitig vor und bestaunten die mechanischen Erfindungen des berühmtesten Sohnes der Stadt, Jules Verne. Abgerundet wurde der Besuch durch die Fahrt zum Freizeitpark Futuroscope, einen Nachmittag im nahegelegenen Saumur und diverse, privat organisierte Partys, bei denen alle Französischkenntnisse gefragt waren und Freundschaften geschlossen wurden. Kein Wunder also, dass so mancher Diltheyschüler in den Sommerferien einen weiteren Besuch in Montreuil-Bellay plant.