Frankreichaustausch 2010/11

Die Franzosen kommen!! In den Tagen vor dem 24.11.10 herrscht bei einigen Schülerinnen und Schülern und deren Familien eine gewisse Angespanntheit. Wie sagt man noch mal „Hast Du eine gute Reise gehabt?“ Mag er/sie wohl Vollkornbrot? Stimmt es wirklich, dass die meisten Franzosen auch im Winter auf Daunenbettzeug verzichten? Soll ich meine(n) ‚corres‘ wirklich auf die Wangen küssen? Jede Wange zweimal oder nur einmal?

Nun, die Nervosität hält sich in gewissen Grenzen, schließlich hatten sich die Schüler schon via Internet beschnuppert, und im Unterricht lernt man ja, wie wir alle wissen, nicht für die Schule, sondern für’s Leben.

In Deutschland erwartete unsere französischen Austauschschüler ein vielfältiges Programm: Wiesbaden, Mainz, Frankfurt und Darmstadt. Sportlich ging es zu beim Bowling und im Sportpark Kelkheim. Interessant, mal in eine deutsche Schule reinzuschnuppern, mit dem Partner im Tandem die Fremdsprache zu trainieren. Und ein Postkartenmotiv wurde Wirklichkeit: verschneite Weihnachtsmärkte.

Die Grundsäule des Aufenthalts aber ist natürlich der Aufenthalt in der deutschen Gastfamilie, den Alltag kennen lernen, einige Tage mit dem Austauschpartner und seiner Familie, seinen Freunden verbringen, gemeinsam Vollkornbrot essen, möglichst viele Wangen küssen.

Am 2.2.2011 machten wir (das sind 27 Schülerinnen und Schüler aus dem Jahrgang 9 begleitet von Frau Tautz und Herrn Ortmanns) uns dann auf den Weg in Richtung Tal der Loire, nach Montreuil-Bellay. Dort wurden wir nicht nur von unseren Gastfamilien, sondern am ersten Tag auch von offizieller Seite herzlich empfangen – sowohl in der Schule als auch im Rathaus stand ein Imbiss (mit Reden) für uns bereit. Und ein französisches Postkartenmotiv wurde sofort Wirklichkeit – ein wunderschönes Loire Tal Schloss.

Unser gemeinsames Programm war vielfältig, wir haben viel gesehen: Höhlenwohnungen, die imposante Festung von Angers, ein Schiefermuseum, eine zum Museum umgewandelte Fregatte und das Jules Verne Museum in Nantes. Im Château du Clos Lucé bei Amboise sind wir Leonardo da Vinci ganz nah gekommen, in Turquant haben wir die Produktionsstätte „geschlagener Äpfel“ besichtigt. Im nahe gelegenen Saumur haben wir unter anderem eine berühmte Schaumweinkellerei begutachtet und durften das Endprodukt auch kosten. In Chinon hatten wir eine Führung in einem Atomkraftwerk (Fukushima? Nie gehört). Und natürlich haben wir auch unsere Partnerschule, das Collège Calypso, in funkelnagelneuen Gebäuden kennen gelernt.

Neben diesen „offiziellen“ Programmpunkten gab es natürlich individuelle Unternehmungen mit den Gastfamilien. Ein Highlight war wohl, das konnte man vielen Schüleraufzeichnungen im Dossier entnehmen, eine von Gasteltern organisierte Party für die gesamte Gruppe am Samstagabend.

Nicht programmierbar die vielen zwischenmenschlichen Kontakte, Freundschaften, Wangenküsse, das Eintauchen in eine andere europäische Kultur mit allem, was dazugehört. Was für’s Leben gelernt.

Vive l’échange Collège Calypso/Diltheyschule.

Wilfried Ortmanns