Projekt Griechischwerbung

Ungefähr zwei Wochen lang beschäftigte sich der Griechisch-Kurs der Jahrgangsstufe 10 damit, wie am besten zukünftige Griechisch-Schüler aus der jetzigen Jahrgangsstufe 8 gewonnen werden könnten.

Zunächst wurde ausgiebig darüber diskutiert, wozu Griechisch überhaupt gut sei und wie dies in den Klassen 8 am besten vermittelt werden könnte, danach wurden Ideen, Werbestrategien und Argumente pro Griechisch zusammengetragen.

Die Schülerinnen und Schüler teilten sich auf und gingen durch die Klassen 8, um aus Schülersicht für Griechisch zu werben, bevor sich ihre Lehrerin, Frau Sarnowski, auf den Weg durch die Klassen machte – nach dem Motto: Doppelt ist überzeugender…

Danach ging es zur Gestaltung der Stellwände. Bereits vorhandene Beiträge wurden durch eigene, kreative Beiträge ergänzt, wie z.B. selbst gestaltete Plakate zu den griechischen Göttern (Maike), zur Odyssee (Svenya), zu Medusa (Elena), Atlas (Thomas) und einem homerischen Krieger (Maike).

Für die Homepage schrieben Maike und Elena sich vom Herzen, was Griechisch für sie bedeutet.

Die mit den verschiedensten Beiträgen zu Griechisch versehenen Stellwände zieren nun das Atrium und wollen beachtet, die Bilder bewundert und die griechischen Buchstaben ausprobiert werden – und vielleicht wagt es eine Schar verwegener Schülerinnen und Schüler, die Herausforderung anzunehmen und sich mit der Wahl für Altgriechisch gegen den Mainstream zu stellen!

Wie war das mit dem Fass der Pandora? Die Hoffnung stirbt zuletzt…

 

– Claudia Sarnowski, Fachlehrerin Griechisch –

Lassen wir nun die Schüler*innen selbst zu Wort kommen:

Warum Griechisch?

Ich habe Griechisch gewählt, da mich die Antike mit ihren Mythen und großartigen Denkern schon immer fasziniert hat.
Ich hatte seit der 5. Klasse Lateinunterricht, wusste aber immer, dass Griechisch auch dazugehört, wenn man ein möglichst umfangreiches Wissen über die Antike bekommen möchte.
Latein hat mir schon unheimlich viel Spaß gemacht und geholfen, da es durch die Übersetzungsweise (zunächst den Satz zerlegen, daraufhin jeden Satzteil einzeln betrachten)mir geholfen hat, auch mich selbst zu strukturieren. Griechisch ist in einigen Aspekten sehr ähnlich um Lateinischen, in einigen jedoch auch ganz anders. Daher wollte ich auch Griechisch nehmen, zum Einen, da ich wusste, dass mir einiges Bekanntes Spaß machen würde, zum Anderen, um weiteres Neues zu lernen.
Die römischen Denker und Redner bauten auf dem, was die Griechen geleistet hatten, auf. Die Denkweise der Griechen und Römer ist auch eine ganz andere. Die Römer waren großartige Redner, man nehme Cicero als Beispiel, seine Rhetorik fasziniert mich sehr. Die Griechen waren jedoch diejenigen, die anfingen zu denken, sich über die Welt Gedanken zu machen. Da ich mich auch für Philosophie interessierte und Sokrates, ein Grieche, mit seiner Hebammenkunst, der Kunst innerhalb seines Gespräches mit den Menschen sie selbst zu einer neuen Erkenntnis zu bringen als sie vielleicht anfangs hatten, oder zu dem Schluss zu kommen, dass es auf eine Frage gar keine oder keine einfache Antwort gibt, einer der größten Philosophen ist, wählte ich auch aus diesem Grund Griechisch.
Und nun, da ich Griechisch habe, bin ich sehr zufrieden damit und es hat alle meine Erwartungen erfüllt.

 

 Was bedeutet Altgriechisch für mich?

Altgriechisch bedeutet für mich, die Geschichte der uns so bekannten Welt beziehungsweise ihre Grundlagen kennenzulernen. Aus Griechenland kommen sehr viele unserer heutigen Werte, das politische System, in dem wir leben, die Kultur, die uns umgibt. Im Zuge des Altgriechischunterrichtes wird beispielsweise die Entstehung und Bedeutung der Demokratie, des Theaters und der Philosophie sehr viel gründlicher behandelt als das im Geschichtsunterricht möglich ist. Außerdem wird auch die heutige Gesellschaft hinterfragt, z.B. unter dem Thema „Sokrates heute- wie würde Sokrates unser soziales Miteinander beurteilen?“ Sind die sozialen Medien wirklich so gut für unser Sozialleben? Solche Fragen können gut und entspannt in den recht kleinen Kursen diskutiert werden.

Auch die Mythologie wird gerne thematisiert und kreativ aufbereitet. Beispielsweise bilden die Epen Homers, die Ilias und die Odyssee, die Grundlage von vielen Texten, wodurch sie zum Gesprächsthema werden und mithilfe von Referaten, Bildern oder Geschichten den Unterricht bereichern.

Zusätzlich verwendet Griechisch ein anderes Alphabet als Deutsch. Die griechischen Buchstaben sind allerdings sehr leicht zu lernen und innerhalb weniger Wochen kann man sie im Schlaf. Dennoch kann Griechisch durchaus als Geheimschrift herhalten! Die Buchstaben werden auch in Mathe und Physik eingesetzt, um beispielsweise Winkel zu bezeichnen. Da erleichtert ein Verständnis für die Buchstaben den Unterricht.

In einigen Berufen ist das Graecum gefordert, ebenso wie das Latinum. An Universitäten gibt es zwar die Möglichkeit, das Graecum in einem Crashkurs zu machen, das ist in dem meisten Fällen jedoch sehr anstrengend und stressig. In der Schule kann man sich dieses Wissen innerhalb von fünf Jahren im Vergleich dazu sehr entspannt aneignen. Die Chance dazu hat man in Wiesbaden allerdings nur an der Diltheyschule, sie ist die einzige Schule, die Griechisch anbietet. Auch gibt es vergleichsweise sehr wenige Menschen, die Altgriechisch als Sprache vorweisen können. Griechisch besitzt also Seltenheitswert und ist von so einigen Arbeitgebern als Zeichen für besondere Leistungsbereitschaft geschätzt. Mit Griechisch sticht man aus der Masse heraus und wird direkt als ein Mensch angesehen, der aus dem Mainstream herausragt.

Abschließend ist Altgriechisch eine sehr schöne Sprache, die aus sehr viel mehr besteht als nur Grammatik und Vokabeln. Die Unterrichtsatmosphäre ist entspannt und- ein weiterer Punkt- es gibt eine sehr schöne Griechenlandfahrt, die die Griechischkurse verschiedener Jahrgangsstufen gemeinsam unternehmen. Es lohnt sich also in vielerlei Hinsicht, Altgriechisch zu wählen!