Das Lied von Bus und Fähre – Die Griechenlandfahrt der Griechischklassen in den Herbstferien 2012

Im Anfang war der Bus, und der Bus war bei den Schülern, und die Schüler waren im Bus. Dieser war im Anfang bei den Schülern. Alles wurde mit ihm transportiert und ohne ihn wurde nichts transportiert. Was transportiert worden ist – in ihm war das Gepäck, und das Gepäck war das Eigentum der Schüler. Und das Eigentum lag in den Hotelzimmern, und das Personal hat sich nicht daran vergriffen.

Wer angesichts dieser Zeilen nun weiterhin auf diesen feierlichen Stil hofft, wird – das vorab als Warnung – enttäuscht werden. Denn hier soll kein Zeugnis von der Ankunft oder Offenbarung irgendeines höheren Wesens abgelegt werden, keine Treue geschworen, keine Messe gehalten und kein Hymnus verfasst werden – ein Reisebericht wird folgen. Wer darauf keine Lust hat und sich bis hierher nur der salbungsvollen Introduktion wegen durchgeschlagen hat, dem sei versichert, dass er in bester Gesellschaft ist: Utopische Versprechen, geschönte Fassaden und reizvolle Hüllen über Profanem und Langweiligem (im folgenden Werbung genannt) sind uralt, so alt wie die, die sich von ihnen verführen lassen. Man denke an Grönland.

Obwohl, nein – man denke eben NICHT an Grönland, denn Grönland ist wahrscheinlich das exakte Gegenteil des Ziels der eingangs erwähnten Reise. Nicht zwischen den vereisten Gletschern einer Insel im Nordmeer ist der Bus mit Schülern und Gepäck herumgekurvt, sondern ganz im Gegenteil: Gen Süden über (zugegebenermaßen nicht ganz so malerische) Autobahnen, durch (ebenfalls höchstens mittelmäßig ästhetische) Tunnel in ein Land, das dem unseren in Bezug auf das Herumtreten einer luftgefüllten Lederhülle hin und wieder einigen Ungemach bereitet. Dort dann wurden Bus und Schüler auf eine Fähre verladen und südostwärts verschifft, um schlussendlich an den Gestaden eines Landes an Land zu gehen, das schon von Weltgeltung war, als noch niemand wusste, dass das Zentrum der so genannten zivilisierten Welt einmal auf sieben Hügeln in Latium liegen sollte… Kurz gesagt: Die Reise führte über die Schweiz und Italien nach Griechenland.

Das bemerkenswerteste an der Anreise ist wohl der Aufbruch: Unter ausgelassenem Gejohle und den Klängen des inzwischen wahrscheinlich (und hoffentlich) schon lange wieder aus dem Gedächtnis der Menschheit entschwundenen Machwerk ‚Gangnam Style‘ wird die Schülerschaft – versammelt aus vier Jahrgängen der Diltheyschule – ihrem Ziel entgegen befördert.

Die Busfahrt selbst dann gleicht jeder anderen und sticht lediglich durch ihre Länge hervor. Auch wenn die zurückgelegte Strecke beeindruckend ist – wirkliche Spannung entsteht nicht durch die Fahrt selber, sondern durch das Versprechen ihres Endes.

Dies geschieht dann in Ancona, einer Hafenstadt. Nach der Ankunft erfolgt ein kleiner ungeordneter Stadtrundgang, kollektiver Pizzakonsum unter italienischer Sonne und dann – endlich das Verladen von Bus und Passagieren auf die Fähre.

Auch wenn das eigentliche Ziel noch weit entfernt ist, kommt schon ein Gefühl des Angekommenseins auf: Man ist weg von Zuhause, nicht mehr auf heimatlichem Boden (oder überhaupt einem Erdboden), auf Fahrt, in Bewegung. Ringsherum nichts als Meer, blaue Unendlichkeit und frischer Wind. Die Anzahl der geschossenen Andenkenphotos explodiert.

Es lässt sich gut und unproduktiv leben auf so einer Fähre, warmes Essen, Bewegung an der frischen Luft und Betten – warum liegt Wiesbaden eigentlich nicht am Meer? Und doch zögert niemand, wieder auf den im Vergleich doch weniger komfortablen Bus umzusteigen, als der Boden unter dessen Reifen griechisch ist.

Die durchfahrene Landschaft ändert sich langsam, aber das Meer hört nicht auf, nur das Medium ist ein Anderes: Statt grünblauem Salzwasser wogen die ausladenden Kronen ungezählter Bäume im Wind und branden an Gebirgsketten, auf deren Serpentinen neben hier und da einem Wagen auch ein Bus mit deutschem Kennzeichen seinen Weg findet.

Das erste Etappenziel heißt Delphi. Schon ‚mal gehört? Wahrscheinlich. Heute eine sympathische Kleinstadt, aber einstmals das offiziell anerkannte Zentrum der bekannten Welt und Sitz des berühmtesten Orakels seiner Zeit. Geblieben sind trotzdem nur Ruinen, doch schon die vermitteln einen lebhaften Eindruck der Größe und des Reichtums, die der Ruf der Unfehlbarkeit ihrer Vorhersagen der Kultstätte des Apollon eingebracht hat.

Nach eingehender Begehung dieses steinernen Memento Mori sowie umfassender Versorgung mit Informationen durch die Gruppe kehrt diese zurück zur Unterkunft, wo ein ebenso griechisches wie umfangreiches Abendmahl den Kulturschock abdämpft.

Der Tag schließt mit dem Besuch einer örtlichen Discothek unter äußerster Ausreizung jeglicher Ultimaten – und was in Delphi passiert, bleibt in Delphi.

Kann ein halber Nachmittag der historischen Bedeutung eines Ortes gerecht werden, an dem über das Schicksal von Weltreichen entschieden wurde? Das war eine rhetorische Frage, die eindeutig mit ‚Nein‘ zu beantworten wäre, wenn sie nicht eine rhetorische Frage gewesen wäre, die man ja gerade nicht beantworten soll.

Der erste auf griechischem Boden beginnende Tag der Reise steht vorerst erneut im Zeichen Delphis. In dem an die Stätte angrenzenden Museum sind nur ein Bruchteil all der Weihgeschenke und Bezahlungen zu sehen, die von dankbaren Ratsuchenden gestiftet wurden, blecherner sowie goldener Schmuck, Waffen, Werkzeuge, Gebrauchsgegenstände und Statuen, unter- wie überlebensgroße. Die Geschwister Kleobis und Biton etwa, die Sphinx von Theben oder auch den Nabel der Welt, der den Mittelpunkt der Erde kennzeichnen sollte, kann man dort bewundern.

Nachdem sich auch der Letzte losgerissen hat, führt die Fahrt weiter durch Gebirge und Wälder zu einem orthodoxen Kloster in den Bergen. Bei aller Abgeschiedenheit ist dieses jedoch auch touristisch voll erschlossen, Honig, Ikonenbilder, Nüsse, Kreuze, Käse, Weihrauchkerzen – lediglich Ablassbriefe sind in dem kleinen Laden nicht zu finden.

Die kirchlichen Bauten sind im Inneren prunkvoll ausgestattet, rot und gold die vorherrschenden Farben, omnipräsente Heilige blicken von den Gewölben herab. Außerhalb dieser Mauern hat man einen großartigen Ausblick auf weite Täler voller Olivenhaine und die unvermeidlichen schroffen, gleichsam bewaldeten Bergzüge.

Gegen Nachmittag tritt der Bus in den Großraum Athen ein. Bauruinen und Schrottplätze säumen den Straßenrand, weichen aber mehr und mehr dem Bild einer Großstadt, je tiefer man zum Herz der griechischen Hauptstadt vordringt.

An öffentlichen Plätzen hängen Plakate, die mit einem bestimmten όχι!, einem Nein! zum Streik aufrufen, Läden stehen leer – es ist nicht alles schöne Landschaft und Erbe einer Hochkultur in Griechenland.

Am Mittag erfolgt der obligatorische Besuch auf der Akropolis von Athen, die durch ihre monumentalen Bauten, noch mehr allerdings durch eine Anzahl streunender Hunde von teilweise nicht unbeträchtlicher Putzigkeit zu begeistern weiß, auch wenn die Hitze dem Unternehmen einiges an Schwung nimmt. Auf der Fähre wehte immer kühler Wind, in Delphi stand man im Schatten der Berge, aber hier brennt die Sonne unbarmherzig auf jeden herab, der sich aus dem Schatten der vereinzelt stehenden Bäume wagt.

Angesichts der Aussicht auf der Spitze ist das aber für einen Moment wenigstens zu vernachlässigen: Nach allen Seiten, vom Meer bis zu den Bergen, erstreckt sich eine einzige Stadt: Athen.

Die Krone der Krone Athens, der Parthenon-Tempel der Athene, beherrscht das Bild. Zweieinhalb Millennien blicken von den Säulen herab, verbracht als Tempel, Schatzkammer und Munitionslager. Überall sind Restaurierungsarbeiten im Gange, damit sich noch einige Jahre dazu gesellen mögen.

Der Abend gilt dann der Gegenwart, der Innenstadt. Das Regierungsviertel ist ruhig, auch wenn am Tag hier noch demonstriert wurde, überhaupt herrscht Normalität und geschäftiges lautes Treiben in allen möglichen Sprachen.

Quer durch die Stadt verteilt stehen Gebäude aus den verschiedensten Zeitaltern, antike Säulen, mittelalterliche Klöster und moderne Bahnhöfe und auch die Villa Heinrich Schliemanns, der – je nachdem, wen man fragt – Troja entdeckte bzw. eben das nicht.

Die Akropolis ragt, von Scheinwerfern beleuchtet, wie eines der goldenen Diademe in den Museen erhaben über der Stadt und in ihrem Glanz überschreiten erneut beide Uhrzeiger zugleich ihren Zenit.

Auch hier muss gesagt werden: Man kann zwei Millennien Existenz nicht mit einer rasch gedrehten Tour am Abend nachvollziehen. Und so folgt unvermeidlich der Besuch des Atheners Akropolis-Museums. Während der geneigte Besucher Schlange steht, um den zum Eintreten erforderlichen Obolos zu entrichten, kann er durch Glasplatten eine direkt unter seinen Füßen laufende archäologische Ausgrabung verfolgen, im Inneren dann sind prachtvolle Stuckfriese, Büsten und Statuen zu bewundern, aber auch Alltagsgegenstände: Kämme, Löffel, Schüsseln, Hämmer, Amphoren… ja, zugegebenermaßen etwas prosaischer als ein marmorner Vierspänner samt Pferden. Als man gebührend den Hinterlassenschaften des antiken Athens gehuldigt hat, führt die Fahrt erneut durch weitläufige Olivenhaine und Berglandschaften nach Korinth. Auch hier: Tempelanlagen, die nicht mehr so gut in Form sind wie vor zwei Jahrtausenden. Überdauert haben Säulen, Quader und Informationen auf Wikipedia.

Die Fahrt geht weiter nach Mykene, einstmals Regierungssitz von Agamemnon. Was einem nun einfallen sollte: Löwentor, Trojanischer Krieg, Bruder des Menelaos, Klytaimnestra, Kassandra, Axtmord im Bad. Für Orestie, Elektra oder Atreus gibt’s Zusatzpunkte.

Das Löwentor ist noch zu erkennen und überspannt den sich den Hügel hinaufwindenden Weg, auf dem Bogen sind die namentlichen Löwen eingemeißelt.

Von den Ruinen auf dem Hügel aus kann man weit ins Land hinein sehen, das Wetter ist frischer geworden und so eignet sich der Moment hervorragend, um sich einen bequemen Sitz zu suchen und die Aussicht zu genießen – oder die Oliven von den umstehenden Bäumen.

Sollte jemals in einem Kreuzworträtsel nach „Äußerst attraktiver Badeort in Griechenland“ mit vier Buchstaben gefragt werden – es ist Tolo. T-O-L-O. Wie YOLO. Nur nicht so erniedrigend für den, der es ausspricht. Und ebendort, an einer Bucht der Peloponnes gelegen, die geradezu vorbildlich blau in der Sonne schimmert, wird vorerst die Operationsbasis aufgeschlagen. Wenn man hinzufügt, dass die Temperatur noch im schattigsten Winkel der Tiefkühltruhe gefühlt 70°C beträgt, dürfte klar sein, womit der Nachtmittag verbracht wird. (Für die ganz Begriffsstutzigen: Meer. Wasser. Baden. Tretboote. Sonnen.)

Der Bucht vorgelagert ist eine kleine Insel, die sich durch großartige Aussicht, ein wenig Schatten und eine unerklärliche Aura der Exklusivität auszeichnet. Scharenweise legen Tretboote an, um Diltheyschüler darauf abzusetzen. Auch die umliegenden Küstenstreifen erfahren wiederholt Besuche, und wer die steinigen Strände überquert, gelangt zu schattigen Hainen an den Küsten, in denen es tatsächlich erträglich kühl ist.

Nach der ersten in Tolo verbrachten Nacht erfolgt ein wuchtiger kultureller Rundumschlag: Die einstige Hauptstadt Griechenlands, Nauplia, ist an diesem Tag stillgelegt- es ist der 18., an dem, wie zahlreiche Plakate schon in Athen verkündeten (wir erinnern uns: όχι!), ein Streik stattfinden soll. Und tatsächlich hat sich vor dem Rathaus eine Menge versammelt, doch ist die Atmosphäre nicht aggressiv, die Kundgebung hat eher den Charakter eines Volksfestes. Bayrischer Einfluss?

Ansonsten ist die Stadt am Meer sehr ruhig, hier und da hat ein Geschäft noch geöffnet, aber im Großen und Ganzen herrscht Streik. Dafür ist das Meer großartig anzusehen, vor allem von der über der Stadt gelegenen Burg.

Abgesehen davon bietet sich die Gelegenheit, auch die jüngere Geschichte Griechenlands kennen zu lernen, etwa an der teils venezianisch, teils orientalisch geprägten Architektur oder anhand einzelner Standbilder. Das klassische Altertum mag vorbei sein – die griechische Geschichte jedoch ganz und gar nicht.

Doch weil die Fahrt ja über das Fach ALTgriechisch organisiert wurde, bestehen doch gewisse Verpflichtungen der Antike gegenüber – und weiter geht es nach Epidauros. Abgesehen von einem kleineren Museum steht hier ein Exponat, dass hinter Vitrinenglas wohl kaum gebührend geschätzt werden könnte: Das Amphitheater von Epidauros mit seiner legendären Akustik. Würde diese nicht zu jedem beliebigen Zeitpunkt von einem halben Dutzend Besuchergruppen gleichzeitig erprobt, könnte man wohl auch in den letzten Rängen eine in der Mitte fallende Münze hören. So muss man sich mit einer Rezitation der ersten Verse der Ilias begnügen. Die obligatorischen Schülerreferate und einiges an Zeit zum freien Erkunden – später wird die Fahrt zur letzten Unterkunft auf festem Land in Angriff genommen – Olympia.

Der Nacht in Tolo folgt ein Vormittag in Tolo. Sonne, Meer, Baden, Sonnen… könnte man sich dran gewöhnen. Aber weil ja alles mal ein Ende haben muss und Müßiggang auf Dauer weder befriedigend noch gesund ist, fährt noch an diesem Tag ein Bus mit deutschem Kennzeichen und einer abgekämpften Rasselbande an Bord weiter.

Der Anfang des Endes. Olympia. Austragungsort der originalen olympischen Spiele. Noch mehr historisches Gewicht prasselt auf wehrlose Schülergehirne ein. Es sind doch Ferien, verdammt!

Doch dem Informationsbombardement wird bald entschlossen entgegen gewirkt: Durch Sport.

Auf der Rennbahn reihen sich die Teilnehmer auf, manche barfuß, und sprinten auf das Startzeichen hin los. Um mal die Perspektive eines schuhlosen Läufers einzunehmen: Steine verschiedener Größenordnung auf der Rennbahn, die mit der Zuverlässigkeit von Krähenfüßen immer irgendeine scharfe Spitze oder Kante in den Himmel recken, erschweren den Rennvorgang erheblich und reduzieren ihn zu einer Art Wettstolpern durch ein Minenfeld. Den letzten Platz belegt trotzdem ein Schuhträger.

Abseits der Rennbahn besteht die ehemalige Tempelanlage aus einem weiten Feld, auf dem von unzähligen Gebäuden verschiedenster Machart vor allem die quadratischen Grundrisse der Mauern, die unvermeidlichen Säulen und auch hier und da Treppen verblieben sind und Zeugnis ablegen von dem geschäftigen Treiben, das hier einmal geherrscht haben muss.

Auch wenn die Zeusstatue des Pheidias, eines der antiken Weltwunder, zwölf Meter hoch und mit Ebenholz, Gold und Elfenbein verkleidet, nicht mehr existiert – das Museum der Stätte bietet einen Eindruck von der Pracht Olympias. Waffen, Rüstungen, Statuetten und Statuen von Göttern und Kaisern, Werkzeuge, Alltagsgegenstände (darunter mehrere Flaschen aus Glas) und als Krönung eine überlebensgroße Statue des Apollon, Gott des Lichts und der Künste, all das und doch nur ein Überbleibsel, ein Abklatsch dessen, was Olympia einst war. Wieder einmal wird dem Betrachter brutal die Vergänglichkeit von Ruhm und Reichtum vor Augen geführt. Werden unsere Nachfahren auch einst durch die Ruinen unserer Finanzzentren wandeln und in Museen unsere Teller, Spielzeuge, Kunstwerke und Heiligtümer betrachten? Interessante Vorstellung…

Der Rest des Tages wird wieder der Neuzeit gewidmet. Andenken, Mitbringsel, Kleinkram und Peripherien finden immer mal wieder ihren Weg aus den Geschäften. Man muss ja beweisen, dass man da war, und wie geht das besser als mit Olivenöl und Kartensätzen mit den Konterfeis bedeutsamer antiker Griechen?

Der letzte Abend auf griechischem Boden wird kulinarisch entsprechend würdig begangen und dann bricht schon die letzte Nacht an, doch auch die ist schneller vorbei als erwartet. Folgerichtig fährt am nächsten Morgen der wohlbekannte Bus aus Olympia ab. Ein griechischer Supermarkt verliert nach ersten Schätzungen 89% aller gelagerten Kekse an seine Besatzung sowie einen Großteil aller stark zuckerhaltigen Getränke. Der Ladenbesitzer blättert hektisch im Alten Testament und schaut, ob Moses nicht irgendein Gegenmittel gegen die Heuschreckenplage erwähnte.

Schweren Herzens tauscht man dann doch griechischen gegen stählernen Boden ein – und der schwankt auch noch.

Doch nicht einmal die Fähre kann aufkommenden Frohsinn verhindern: Einer der tapferen Griechenlandfahrer erlebt just in der Nacht auf der Fähre sein 18. Existenzjubiläum, was natürlich zelebriert werden will. Und wie kann man besser verdeutlichen, dass jene mystisch-mannhafte Grenze zum Erwachsensein endlich überschritten wurde, als durch wildes Gejohle, einen Teddybären und Topfschlagen? (Hier sei auf früher erfolgte Erläuterungen zu rhetorischen Fragen verwiesen.)

Die Heimkehr ist dann doch ähnlich spektakulär wie die frühere Fahrt nach Ancona, nur umgekehrt. Raststätten, Tunnel, Versuche, irgendwo im Bus genug Platz zum Schlafen zu finden, mehr Raststätten, taktischer Fahrerwechsel und dann schließlich, endlich, schon? Heimatliche Gefilde, Deutschland, Hessen, der Rhein und zuletzt Wiesbaden.

Eine Reise ist zu Ende gegangen, die letzten Koffer werden aus dem Bus manövriert, Eltern, Lehrer und Schüler tratschen über dies, das, jenes und den Rest – und Wege, die in der letzten Woche zusammen verliefen, trennen sich… Vorerst.

Florian Grenner, Jg. 12