Agamemnon und seine Kinder

Am 19. November 2011 machte der Altgriechisch-Kurs des 10. Jahrgangs einen Ausflug in das Staatstheater. Dort schauten wir uns das Theaterstück „Agamemnon und seine Kinder“ an.

In der Vorführung ging es um die Opferung der Iphigenie in Argos. Der Bruder des Menelaos, Agamemnon sollte seine Tochter Iphigenie opfern, um die Götter wieder milde zu stimmen. Agamemnon sah sich gezwungen seine Tochter schweren Herzens zu opfern. Doch nach der schrecklichen Tat wird Agamemnons Frau, die Mutter der Geopferten, verrückt und so tötet sie ihren Mann, aufgrund der bitteren Enttäuschung, dass er ihre gemeinsame Tochter einfach so geopfert hat. Und als ob das nicht genug Mord in einer Familie war, tötete Orestes auch noch seine Mutter und so wird er zum Muttermörder. Dazu wurde er von seiner verbliebenen Schwester Elektra überredet. Sie kam nicht damit klar, dass ihre eigene Mutter ihren Vater umgebracht hatte und dafür solle sie büßen. Als schließlich die Mutter auch noch tot war, sollten Elektra und ihr Bruder Orestes bei einer Priesterin bei den Tauern umgebracht werden. Jedoch war diese Priesterin Iphigenie selbst, die einst tot geglaubte Tochter und Schwester von Iphigenie und Orestes. Iphigenie ließ ihren Bruder gehen, denn sie wollte nicht zur Brudermörderin werden. Es klärte sich, dass anfangs der Vater Agamemnon nicht etwa seine eigene Tochter geopfert hatte, sondern nur eine Hirschkuh…

Generell wurde die Geschichte des aufgeführten Stückes von 3 Frauen erzählt, die einen Chor bildeten. Dieser Chor war in Anlehnung an die damaligen Verhältnisse bei Theateraufführungen in Griechenland gewählt. Das aufgeführte Stück ist aus 4 Stücken von Euripides und Sophokles zusammengeschrieben und neu interpretiert worden.

Die Reaktionen auf die Theateraufführung waren zwar sehr unterschiedlich aber allgemein sehr positiv ausgefallen. Die Geschichte kannten wir zwar schon, doch war es trotzdem sehr interessant, da in der Aufführung die Emotionen und Gefühle der einzelnen Personen sehr gut hervorgehoben wurden. Diese wurden zusätzlich von unterstützender Musik begleitet. Die Bühnenbilder waren eher schlicht und einfach, aber sehr ausdrucksstark, so besonders Schläuche, die die Furien dargestellt haben. Die Kostüme waren das einzig negative an der Vorführung, da sie uns nicht gefielen, doch ist das Geschmackssache. Auch schade war, dass uns bei manchen Requisiten nicht ganz klar wurde, was sie bedeuten, so auch dein Sprungbock sowie Zigaretten.

Während der Aufführung wirkte die eigentliche Tragödie teilweise eher wie eine Komödie, was den Zuschauer eher vom eigentlichen Thema ablenkte.

Das Ende des Stückes haben wir auf das Deutschland während des Nationalsozialismus bezogen, denn es hieß: „Sie mussten sterben, nur weil sie Griechen waren!“ und so hätte es heißen können, dass die Juden früher sterben mussten, NUR weil sie Juden waren. Diese Anspielung auf die nationalsozialistische Zeit fanden wir gut, da sie zum Nachdenken anregte.

Alles in allem fanden wir das Theaterstück „Agamemnon und seine Kinder“ sehr gut und so hoffen wir, dass wir bald wieder einen Ausflug oder eine gemeinsame Unternehmung machen können…

Nathalie Rebenstock, WU Griechisch 10


„Was haben die Atriden mit uns zu tun?“ Jenes sagenhafte Geschlecht, das von Generation zu Generation einen „Fluch“ weiter gibt, der scheinbar ausweglos in Mord und Totschlag endet? Homers „Ilias“ und die Stücke der antiken Tragiker sind bis heute klassischer Bildungsstoff, aber vielen Menschen kommen sie sehr fern, verstaubt und wenig nachvollziehbar vor.

– Um den Atriden-Fluch und die antiken Tragödien den Menschen nun näher zu bringen, inszenierte man ein Schauspiel, das im Staatstheater Wiesbaden aufgeführt wurde – Iphigenie/Elektra/Orest – Die Kinder des Agamemnon.

Das Ensemble wählte keine klassische Inszenierung, sondern eine moderne Inszenierung, was in dem Altgriechisch Leistungskurs der Diltheyschule für einigen Gesprächsstoff sorgte.

Alle waren sich darin einig, dass die Schauspieler sich gut auf ihre Rollen vorbereitet und diese auch Tragödiengetreu aufgeführt haben, dennoch gab es große Diskrepanzen beim Diskutieren der Inszenierung. Einigen gefiel die moderne, extrovertierte Inszenierung sehr, da sie den Wahnsinn, den der Atriden-Fluch mit sich bringt, sehr gut widerspiegelt, anderen jedoch war diese Art der Inszenierung einfach zu viel. Für viele Schüler waren es schlichtweg zu viele Eindrücke, mit denen die jungen Philologen nicht umgehen konnten. Außer der Inszenierung an sich, gab es auch noch Details zu diskutieren. Der Leistungskurs kam durch diese Diskussion zu dem Entschluss, dass die Bildsprachlichen Mittel für das Bühnenbild teilweise sehr gut gewählt waren. Als Beispiel für diese von Grund auf schlüssige Art eines Bühnenbildes stand der Draht im ersten Bühnenbild. Dieser Draht stellte einen Wald dar und stand für die Verstrickung der Protagonisten in den Atriden-Fluch. Andere Bühnenbilder waren jedoch nicht so schlüssig. Somit blieb es für unseren Leistungskurs ein Rätsel, wofür verschiedene Turngeräte in den Bühnenbildern dienten.

Das Theaterstück „Die Kinder des Agamemnons“ trug mit seiner Inszenierung zu einem unterhaltsamen Abend bei und gab dazu auch noch die Möglichkeit zu einer ausgiebigen Diskussion, die den Schülern zeigte, dass diese Art der Inszenierung sehr unterschiedlich wahrgenommen werden kann.

Julia Volz, Lk Griechisch