Requisit Improvisationstheater

Am 3. und 4. Februar gastierte in der Aula unserer Schule das Requisit Theater mit ihrem Programm „Erst schlappgelacht, dann nachgedacht“. Nach einer Aufführung, die ausschließlich von den Eingaben des Publikums lebt – „Jede Aufführung ist eine Premiere“ – haben die Schüler der 8. Klassen in klassenbezogenen Gesprächsrunden über die Themen Sucht, Drogen und Abhängigkeit gesprochen.

Die Schauspieler sind ehemalige Suchtmittelabhängige.

Hierzu zwei Erfahrungsberichte von Schülerinnen der 8e:

Theater Requisit am 04.02.15

Ein Improtheater geführt von cleanen Süchtigen. Improtheater – das hat interessant geklungen. So was sieht man nicht jeden Tag, vor allem nicht mit solchen Schauspielern. Meine ersten Gedanken waren: Die erzählen uns jetzt bestimmt, dass ihnen das Schauspielen bei ihrer Suchttherapie geholfen hat. Aber es fing anders an. Erst wurden wir alle sehr nett begrüßt und dann wurde uns der Ablauf der Vorstellung erklärt. Danach ging es richtig los. Wir wurden nach einem Gegenstand gefragt und haben uns dann für Schutzschild entschieden. Ein Mann fing an, mit dem Begriff eine Szene zu spielen, die anderen lösten ihn nacheinander ab und erfanden dann eine neue Szene daraus. Dies war sehr witzig. Darauf folgten verschiedene Arten des Improtheaters, wie zum Beispiel eine Szene in verschiedenen Gefühlen dargestellt. Ich fand die anderthalb Stunden sehr unterhaltsam und interessant bis auf ein paar Kleinigkeiten, die etwas lang waren.

Nach einer kurzen Pause ging es dann in eine Gesprächsrunde mit zwei der Schauspieler, ohne Lehrer. Wir konnten sie alles fragen, und sie haben alles offen und ehrlich beantwortet. Wir haben sehr viel über ihre Lebensgeschichte erfahren. Wie sie zu Drogen gekommen sind, was sie für Drogen konsumiert haben und wie sie sich dabei gefühlt haben, wann und wie sie es geschafft haben, von den Drogen weg zu kommen und noch einige andere Dinge. Teils sehr tragische Geschichten. Ich fand die Veranstaltung gut gelungen und fand es sehr interessant das ganze mal von der anderen Seite aus zu betrachten.

Anna Zöll (8e)

Improvisationstheater Requisit

Am Mittwoch, den 04.02.2015 kamen Schauspieler vom Improvisationstheater Requisit in die Dilthey Schule um uns Schülern Improvisationsstücke vorzuführen. Das Besondere daran war, dass alle Schauspieler vom Theater Requisit ehemalige Drogensüchtige sind. Die Veranstaltung fand im Atrium statt. Als erstes stellten sie sich alle vor. Danach fragten sie uns, was uns so für Begriffe einfallen würden und führten uns dazu einfach das, was ihnen dazu einfiel, auf. Zum Beispiel, zum Begriff „Schild“, fing einer an, so zu tun als ob er mitten in einer Wasserschlacht wäre. Dann rief ein anderer: „Stopp“ und der mit dem Schild hielt mitten in seiner Bewegung inne, und der andere führte ihn dann in eine andere Szene ein. Es war meistens sehr lustig, aber auch erstaunenswert zu sehen, wie sie so auf die Schnelle ohne Absprache ein Theaterstück daraus machten. Ich persönlich hatte noch nie ein Improvisationstheaterstück gesehen, und so war es für mich ein sehr spannendes und lustiges Ereignis.

Nach den Vorführungen kamen die Schauspieler mit uns in die Klassenräume (ohne Lehrer), und wir konnten ihnen Fragen zu ihren Süchten oder einfach allgemeine Fragen zu diesem Thema stellen. Es war schon ziemlich hart zu hören, wie ihre „Suchtzeit“ und die Folgen waren. In einem Fall war es sogar so schlimm, dass es Tote gab. In dem Moment, als ich das hörte, war ich irgendwie froh, dass sie jetzt so fröhlich und gesund waren und Schauspieler geworden waren. Ich würde mich sehr freuen, wenn auch andere Drogensüchtige vom Theater Requisit hören würden und sich so von Drogen „entfernen“ würden.

Jihee Kim 8e