Rede von 1966 mit weitreichenden Folgen

Beim Diltheyforum mit dem Thema „Rebellion und Reaktion in den 1960er bis 1980er Jahren“ trafen damalige Lehrer und Schüler wieder aufeinander.
6 Zeitzeugen erzählten.

Die 68er – eine Zeit in der viele Jungendliche von sozialer Gerechtigkeit und Frieden träumten – gingen auch an der Diltheyschule nicht spurlos vorüber. „Rebellion und Widerstand“ regte sich auch bei den damaligen Schülern. So wurden bei Abi- Scherzen Hühner in der Schule losgelassen und eine VW-Ente im Lehrerzimmer aufgebaut. In den meisten Fächern wurde mehr über die Weltanschauung und Politik diskutiert als Fachunterricht gemacht. Beim Diltheyforum zum Thema „Rebellion und Reaktion in den 1960er bis 1980er Jahren“ trafen sich ehemalige Lehrer und Schüler zum Disput.

Besonders heftig wurde über die Rede „Der Goldene Mittelweg“ von Tilman Borsche, einem ehemaligen Schüler, diskutiert in der er die Schulleitung und die Gesellschaft stark kritisierte. Diese Rede trieb einen tiefen Keil zwischen Lehrer und Schüler und prägte auch die Schule in den kommenden Jahren. Auf dem Forum erklärte er, dass es ihm Leid tue, dass seine Rede falsch aufgefasst worden sei, aber dass er zu Inhalt voll und ganz stehe.

„Als Lehrer hätte man auch auf diese kritische Rede Stolz sein können, denn sie war nicht gegen die Schulleitung sondern gegen den Zeitgeist dieser Zeit gerichtet“, so Borsche. Zu den Gästen des Abends gehörten u.a auch der ehemalige Schuldirektor Herr Emrich, der die Dinge damals als „nicht so krass empfand“ wie die anderen Lehrkörper und Dr. Koreng, welcher zu den Schülern der damaligen Zeit zählte.

Im Schuljahr 2006/2007 verfasste der Diltheyschüler Nikolas Jacobs (damals Klasse 10a) eine Geschichtsarbeit, die von Frau Dr. Werner betreut wurde und die sich mit der Entwicklung der Diltheyschule beschäftigte.
Unter dem Titel „Rebellion und Reaktion in den 1960er bis 1980er Jahren – Die Diltheyschule im Umbruch“ versuchte er, Konflikte und Zusammenarbeit von Schülern, Lehrern und Eltern in der bewegten Zeit vor und nach 1968 darzustellen. Beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten 2007, der unter dem Thema stand: „Miteinander – Gegeneinander? Jung und Alt in der Geschichte“, wurde Jacobs Beitrag als einer der besten in Hessen ausgezeichnet.
Für seine Arbeit recherchierte er im Schularchiv und in alten Schriften der Diltheyschule, wertete Dokumente wie alte Konferenzbücher aus und führte insgesamt elf Zeitzeugengespräche mit Schülern, Lehrern und Politikern der Zeit, die die wichtigsten Quellen für seine Arbeit waren.
Am Beginn der Veranstaltung wird ein Vortrag von Nikolas Jacobs stehen, in dem er den Bogen von den Nachkriegs- und Wirtschaftswunderjahren über die ersten Schülerrebellionen und Politisierungen des Schulalltags in den 1960er Jahren bis hin zu den „reaktionären“ Bewegungen der 1980er Jahre schlägt, als vormals Verpöntes wie der Abiturscherz eine Renaissance erlebte. Vierzig Jahre danach beschäftigen sich viele Medien mit dem Jahr 1968 – der Vortrag wird unter anderem zeigen, dass die erste Politisierung der Diltheyschule schon zwei Jahre zuvor, im Jahr 1966, mit einer Abiturrede begann, die zum Eklat führte.
Der zweite Teil des Abends wird der Podiumsdiskussion mit den Zeitzeugen gewidmet sein. Ehemalige Lehrer und Schüler, die an Jacobs Projekt mitgearbeitet haben, werden über die Entwicklung der Diltheyschule in diesen bewegten Jahren diskutieren und den Vortrag durch ihre persönlichen Erfahrungen ergänzen.

Weiterführende Informationen zum Herunterladen:

Rebellion_und_Reaktion_Teil_1.pdf (250 kB)

Rebellion_und_Reaktion_Teil_2.pdf (563 kB)

Rebellion_und_Reaktion_Teil_3.pdf (260 kB)