Romstudienfahrt Eb 2014

Tag Eins – Montag

Im Gegensatz zu unseren Vorgängern – der Eb vergangenen Jahres – sollten wir nicht den Luxus der Lufthansa genießen, sondern vertrauten unser Gepäck und uns selbst der irischen Fluggesellschaft Ryanair an.

Immer eine spannende Geschichte, vor allem wenn man sich drei Uhr nachts am Bahnhof trifft, um mit einem gecharterten Reisebus raus zum ehemaligen US-Militärflugplatz Frankfurt Hahn zu fahren. Man war also zwei Stunden vor Abflug da, für den Fall, dass es Probleme mit dem Gepäck geben würde. Doch dankenswerter Weise hatte die irische Airline nichts zu bemängeln und auch der Check-In verlief schneller als erwartet, was zu einer Stunde Wartezeit führte.

Der Flug, 6:30 am Morgen, hätte angenehm werden können, hätten es nicht eine Handvoll Schüler geschafft, Lärm für zwanzig zu machen und somit alle wachzuhalten, die sich ein wenig Schlaf erhofft hatten.

Die Ankunft verlief problemlos, alle Gepäckstücke waren vorhanden und auch auf den Bus musste man nicht lange warten. Doch auch unser Ziel sollte ein anderes sein als das der vorherigen Eb – so war im Vornherein durch engagierte Eltern erreicht worden, dass die Klasse auf einem Campingplatz untergebracht werden sollte. Wie sich später heraus stellen sollte, war dies ein wahrer Glücksfall für Schüler wie auch Lehrer.

Die Bungalows waren sauber und mit einer Klimaanlage ausgestattet und somit weitaus besser als erwartet. Lediglich war einigen nicht bewusst gewesen, dass in südlichen Ländern Toilettenpapier nicht immer zur Verfügung gestellt wird und so hatten jene Bungalows einen Vorteil, die eine Person mit dahin gehender Erfahrung hatten.

Dank der Lage des Campingplatzes und Herrn Metsch, welcher für uns seinen Rettungsschwimmer aufgefrischt hatte, bevor es nach Rom ging, konnten wir am ersten Tag direkt ans Meer fahren.

Doch schon auf dem Rückweg zur Anlage schliefen alle, die sich einen Sitzplatz hatten ergattern können, im Bus ein, was zur Folge hatte, dass am ersten Tag die „Elf Uhr im eigenen Bungalow“ Regelung nicht gebrochen wurde, da spätestens halb elf jeder in seinem Bett lag.

Tag Zwei – Dienstag

Am Morgen zeigte sich, dass es egal war, welche Art Matratze man erwischt hatte – so lag man auf einer durchgelegenen Schaumstoffmatratze praktisch auf dem Lattenrost oder es bohrten sich einem die Metallfedern der Sprungfedermatratze in den Rücken. Das Frühstück fiel – für italienische Verhältnisse – mit einem Angebot von Cornflakes, Joghurt, Marmelade, Schinken und Käse äußerst reichlich aus und auch der Kaffee aus dem Vollautomaten war nicht zu bemängeln.

Dann hieß es auf nach Rom! Also wurde der Bus zur Metro genommen und wer in der Metro in der Nähe von Herrn Metsch war konnte noch etwas über die Geschichte der Chucks lernen. Der Anschlussbus zur Engelsburg, wo unsere erste Führung starten sollte, konnte durchaus mit einer Sardinendose verglichen werden – man stand so eng aneinander, dass man ohne sich festzuhalten, sich keinen Centimeter mehr bewegte. Nichts für Personen mit Platzangst also, aber für Taschendiebe. Glücklicherweise konnte der Diebstahl eines Handys noch rechtzeitig bemerkt und abgewendet werden.

Von der Engelsburg angefangen begann unserer Führung, unter der Leitung unserer Führerin Gabi, über die Engelsbrücke, den Piazza Navona, zum Pantheon und weiter zur spanischen Treppe. Jeder war dankbar für die Stopps, die Gabi einlegte, damit man an den „Nasenbrunnen“ Wasser zapfen konnte. Die Führung fand ihr Ende am Trevibrunnen, der aufgrund Restaurierungsarbeiten leider abgesperrt und wasserleer war, was jedoch einige Schüler nicht davon abhielt, eine Münze zu werfen.

Nach Ende der Führung schien es den Großteil der Klasse zurück zum Campingplatz oder in den vereinbarten Dreiergruppen zu einer Erkundung der Stadt auf eigene Faust zu ziehen, sodass noch eine Handvoll Schülerinnen und die zwei Lehrer übrig blieben. Letzten Endes begleiteten alle bis auf zwei Schülerinnen Herrn Metsch zum Colosseum, um von dort aus zurück zur Anlage zu fahren und die verbliebenen zwei machten sich mit Frau Uhde auf den Weg zurück zur Engelsburg. Nach dem alle drei Frauen jene bestiegen und die Aussicht genossen hatten, machten auch sie sich auf den Rückweg zur Anlage.

Dort hatten zwei Mädels-Bungalows schon begonnen, zusammen Nudeln mit Tomatensoße zu kochen und so fanden sich schnell auch ein paar Jungs ein, die gerne mitaßen.

Später fand sich auch wieder eine Gruppe Schüler, die mit Herrn Metsch Mäxchen spielte, was teilweise äußerst lustig war, wenn unerfahrenere Spieler versuchten, mit „achtundachtzig“ zu bluffen.

Tag Drei – Mittwoch

Mittwochnacht wurden wir durch Regen geweckt, der noch bis zum Mittag hin schauerhaft anhalten sollte. Auch auf der ans Frühstück anschließenden Busfahrt zur Metrostation und auch am Colosseum tröpfelte es weiter. Hier muss man einmal die Straßenverkäufer erwähnen, die es schaffen, bei dem ersten Regentropfen Regenschirme- und Capes anzubieten und sobald ein Sonnenstrahl durch die Wolken bricht, in null Komma nichts Sonnenbrillen- und Hüte an den Mann bringen zu wollen.

So führte uns Gabi also auch durch das Colosseum, wobei sich bei vielen die vortägige Führung bemerkbar machte und bei jedem Stopp alle Sitzmöglichkeiten sofort belegt wurden. Gabi klärte auch die Leser von Asterix&Obelix darüber auf, dass Julius Caesar das Colosseum nie gesehen hat, da es nach seinen Lebzeiten unter Kaiser Nero entstanden sei.

Nach dem Colosseum ging es in einer trockenen Phase weiter ins angelegene Forum Romanum, wo man alsbald ein Plätzchen suchte, wo sich alle niederlassen und Gabis Erklärungen zuhören konnten. Diese wurden allerdings durch einen heftigen Regenschauer unterbrochen, der dazu führte, dass man das Forum Romanum relativ schnell wieder verließ und hoch zum Monte Capitolino lief, wo der Regen zum Glück wieder nachließ. Und so hatten wir von der Terrasse der „Caffetteria“ der Musei Capitolini einen guten Blick über Rom.

War die Colosseum- und Forum Romanum-Führung nun zu Ende, so stand uns noch die Führung durch Ostia Antica, eine antike Hafenstadt, bevor. Jene Führung war vom Freitag auf Mittwoch verlegt worden, sodass der Freitag seinem Namen alle Ehre machen würde und jeder ihn so nutzen könne, wie er wollte.

Also ging es mit der Metro nach Ostia Antica, wobei schon leise Widerworte vernehmbar waren, da es einigen langsam dämmerte, dass eine weitere dreistündige Führung den jetzt schon schmerzenden Füßen wohl kaum eine Wohltat werden würde.

Im moderneren Teil der Stadt gab es einen winzigen Platz, umsäumt von einem Café, einem Imbiss und einem Obstladen, in dessen Mitte sich ein von Pflanzen völlig überwucherter Springbrunnen befand. So verbrachten alle die von Gabi und den Lehrern eingeräumte Mittagspause mit dem Kauf von Obst und Pizza und schließlich saß die gesamte Klasse an Tischen des kleinen Cafés und trank – mehr oder weniger nach Empfehlung der Lehrer eine Art Kaffee-Eis-Slush.

So gestärkt ließ Gabi uns natürlich nicht länger verweilen und man machte sich auf den Weg zur Ausgrabungsstätte Ostia Anticas. Die Hauptinformationen über die antike Hafenstadt, mit ehemals mehr als 80,000 Einwohnern, erhielten wir am Eingang. Danach folgte eine Wanderung durch die Ausgrabungsstätte, die verblüffender Weise die meisten Häuser noch gut erkennbar – meist war das Erdgeschoss noch erhalten – zeigte. Als zum Gruppenbild aufgerufen wurde, gab Gabi erst als alle saßen bekannt, dass man sich gerade auf dem Tempel der Fruchtbarkeit niedergelassen hatte.

Das nahe gelegene Amphitheater wurde ebenfalls erklommen und ein paar amerikanische Touristen wurden ungewollter Weise zur Hauptattraktion, als sie auf die Bühne liefen. Doch trotz Klatschens und Anfeuerns boten sie, bis auf reichlich verwirrte Blicke, wenig dar und so setzte man die Führung fort. Bevor man einen unterirdischen Tempel des Mithraskultes betrat, machte sich Gabi den Scherz, darauf hinzuweisen, dass die Spinnen im Inneren des Tempels Tennisballgröße hätten, also leicht zu entdecken seien. Jener Scherz führte wohl dazu, dass alle recht schnell den Tempel verließen, nachdem Gabi mit ihren Erklärungen geendet hatte.

Man schaute sich noch ein Lavatorium, verschiedene Ziegel sowie ein altes Wohnhaus an, bevor die Führung ihr Ende fand.

Doch der Hoffnung, die Füße nun schonen zu können, wurde bald ein Ende gesetzt, da man mit der Metro lediglich zwei Stationen fuhr und den Rest an der Straße entlang zur Campinganlage lief.

Als später am Abend wieder Mäxchen gespielt wurde, bekamen wir auf einmal Besuch von einem der Security-Angestellten, welcher meldete, dass es einen Zwischenfall gegeben habe, der sowohl mit einigen unserer Jungs, sowie einigen Pinienzapfen und einem anderen Jungen zu tun habe. So musste Herr Metsch mitkommen, um wesentlich später mit besagten Jungs zurückzukommen. Doch auch hier zeigte sich, dass unserer Klasse einen Glückstreffer in Bezug auf begleitende Lehrkräfte gelandet hatte, denn bis auf eine verschärfte Kontrolle der „Elf Uhr im eigenen Bungalow“-Regelung, erhielten jene Jungs und auch der Rest der Klasse keine Strafe.

Tag Vier – Donnerstag

Der nächste Morgen begann ähnlich bewölkt, wie der vorhergehende und als man an den vatikanischen Museen ankam, begann es zu allem Übel auch noch zu regnen. Außerdem sollten wir an diesem Tag nicht von Gabi, sondern einer anderen Führerin begleitet werden. Jene ließ jedoch auf sich warten. Und so kurz Ute dann auftauchte, um sich den Lehrern vorzustellen, so schnell war sie auch wieder verschwunden, um Headsets zu organisieren. Nach einer guten halben Stunde begannen manche langsam zu zweifeln, ob es wirklich so lange dauerte, oder ob die werte Dame nicht eventuell den Regenschauer im Trockenen ausharre. Doch sie kam natürlich zurück, verteilte die Headsets und man begab sich in die vatikanischen Museen.

Dort wurde der erste Teil der Erklärungen durch ein starkes Gewitter übertüncht und Ute vor das Problem gestellt, dass ihre „Erklärtafeln“ sich anscheinend auf dem Innenhof befanden, welchen man nun, ob des Gewitters wohl kaum betreten konnte. Etwas verwirrend gestaltete sich auch der Gang in die Sixtinische Kapelle, da Ute anscheinend den Großteil der Klasse über besagten unter Starkregen stehenden Innenhof in ein anliegendes Gebäude geschickt hatte und nur etwa fünf Schüler übrig waren, die sich weigerten, bei Gewitter und mit Schirmen draußen herum zu rennen. Hinzu kamen noch die Lehrkräfte die Ute vor die Frage stellten, weshalb die Klasse schon weg sei, wenn die Lehrer nicht dabei gewesen wären.

Letzten Endes liefen doch alle, durch Schirme geschützt, durch den Regen. Als man sich gesammelt hatte, begann Ute nun etwas zu erklären – doch keiner hörte sie. Als ihr 31 Personen, Lehrer mitgezählt, versicherten, dass keiner sie hören konnte, besann sie sich darauf, dass es nicht an uns allen, sonder wohl doch an ihrem Gerät liegen würde und so schaltete sie es flugs wieder an und setzte die Führung fort.

Dennoch hatte der Großteil der Klasse Probleme, ihr zu folgen, da sie oft mehrere Räume weiter war und man nie sah, worüber sie gerade sprach. Viele der Schüler schalteten auf Grund dieser Tatsache ihr Headset aus und lasen die Beschilderung der Ausstellungsobjekte.

Und so traf man sich nach der Sixtinischen Kapelle, um gesammelt in den Petersdom zu gehen, in dem – wie auch immer wir es schafften – binnen Sekunden alle Schüler so verteilt waren, dass keiner sie mehr sah. Keiner hatte mitbekommen, dass Utes Führung dort weitergegangen wäre.

Nachdem alle den Petersdom verlassen hatten, fanden sich schnell Kleingruppen zusammen, die verschiedene Shoppingziele anvisierten und so zerteilte sich die Klasse, um schließlich am Abend pünktlich um 18:00Uhr zum Public Viewing des Deutschland-Spiels wieder auf der Anlage zu sein.

Tag Fünf – Freitag

Der Freitag, welcher unser letzter Tag vor der Abreise werden sollte, begann mit gemütlichem Frühstück um zehn. Dann fuhr der Großteil der Klasse mit Herrn Metsch und Frau Uhde zum Strand, nur eine kleine Gruppe Mädels entschied sich, noch einmal nach Rom rein zu fahren und noch ein wenig zu shoppen. Und während ein paar sich zum HardRock Café aufmachten, zog es die anderen auf Schuhsuche.

Trotz Aufsplitten traf die kleine Gruppe fast zur selben Zeit wieder auf der Anlage ein und machte sich auf zum Pool, wo sie wenig später auch von den Jungs und ein paar Mädels, welche auch am Strand gewesen waren, Gesellschaft bekamen.

Später aß man in der Klassengemeinschaft bei der Pizzeria des Campingplatzes Abendessen, wobei einer Schülerin gedankt werden sollte, die dem Personal erklärte, dass die Gruppe vor Beginn der von der Anlage gebuchten Livemusik wieder weg wäre.

Danach wurde Herr Metsch noch auf das versprochene Eis eingeladen und man versammelte sich nun an der Eisdiele, um die von ihm geschossenen Fotos der Studienfahrt anzuschauen.

Danach begaben sich alle zu ihren Bungalows um aufzuräumen. Und entgegen der Klischeeklassenfahrt gab es bis auf ein paar hinter einer Klimaanlage versteckte Mixgetränke und einem JackyCola-Mix in einem Tiefkühlfach keinen Alkohol, was vermutlich auch die Lehrer sehr zu beruhigen schien.

Tag Sechs – Samstag

Die Abreise verlief ohne Zwischenfälle, da alle ob der frühen Weckzeit sehr müde waren. Zurück auf deutschem Boden sah man sofort sämtliche Schüler ihre Handys zücken, um alle entgangen Nachrichten zu lesen und den Familien von der guten Landung und dieser sehr gelungenen Studienfahrt zu berichten.

Julia Hernig