Bock aufs Rampenlicht

Die Theatergruppe des Darstellenden Spiels Klasse 9 & 10 unter der Leitung von Ulrich Poessnecker erobert sich die Bühne des Kleinen Hauses mit dem Stück „Bock auf Schule. Echt?“ – Premiere bei den Wiesbadener Schultheatertagen am 19. 3. 2018.

Das Skatspiel oder gutes Kochen lernt man seltener in der Schule. Dafür aber Rechnen, Bücher lesen und die Tatsache verstehen, dass der Vormittag in 45 Minutenstücke aufgeteilt werden kann. Schädlich ist das im Grunde nicht, man braucht eigentlich nichts dagegen zu unternehmen. Wenn Schule sich klug und instruktiv zeigt, wunderbar. Aber wenn´s anders ist, leidet der Schüler, tröstet sich die Schülerin mit verschwatztem Desinteresse.

Darum geht es im Stück „Bock auf Schule. Echt?“ Im Klassenraum der Lehrerin Frau Prell bricht sich die jugendliche Erlebnis- und Spaßgesellschaft Bahn – trotz allem pädagogischen Bemühen. Die Lehrkraft kämpft, die Lernenden haben keine Lust bildungsbeflissen zu sein, und so klingt es im Schulzimmer öfter mal wie auf dem Campingplatz. Mit viel Wortwitz und Dynamik entwickelt sich das „spannungsgeladene Stück“, so schrieb die begeisterte Festivalzeitung. Das Lob ist verdient, die jungen Darstellerinnen und der flotte junge Mann des DSP – WU Kurses Poessnecker haben engagiert über Wochen und an den Wochenenden im Atrium geprobt und konnten nun das Publikum überzeugen. Was nach der gelungenen Interpretation des Ursula Krechel – Stücks im letzten Jahr durchaus zu erwarten war.

Aber der Teufel steckt im Detail, wie es jeder weiß, und wenn die Ebene des alltäglich Realen ausdrücklich zum Inhalt, also zum Untersuchungsgegenstand der theatralen Arbeit wird, dann, ja dann wird eine scheinbar offensichtliche Sache schwierig und kompliziert: Schülerinnen und Schüler spielen Schülerinnen, Schüler und Lehrer, d. h.: die Schule spielt sich im Theater selbst.

Eine Vorstellung in der Diltheyschule will der Theaterkurs gerne noch erarbeiten, dann wenn die Klassenarbeiten und Hausaufgaben es zulassen. Also wahrscheinlich kurz vor den Sommerferien.

Ulrich Poessnecker