Was ist deutsch? – Thea Dorn im Gespräch mit Diltheyschülern

Mit Schiene am Bein, aber ansonsten munter und neugierig auf die Ansichten und Überzeugungen junger Menschen – so erlebten 125 Schüler/innen und ihre Lehrkräfte der Diltheyschule heute die Schriftstellerin Thea Dorn. Als Gast der Friedrich- Naumann Stiftung war Dorn ins Atrium gekommen, um in den politisch bewegten Zeiten über die Frage zu diskutieren, was eigentlich deutsch sei. Eine Frage, die sie selbst, wie sie bekannte, sehr lange Zeit nicht interessiert habe. Aber während eines USA – Aufenthaltes habe ihr dann ein Hochschulkollege lachend gesagt, sie sei ja so deutsch, von ihrer Wanderlust bis zur Angewohnheit der feinsäuberlichen Mülltrennung verrate alles an ihr die Bewohnerin jenes fernen europäischen Landes.

Dorn fragte die Schüler/innen nach ihrem politischen Interesse und ihrem politischen Engagement, und wenn es mit letzterem bei den meisten auch noch nicht so weit her ist, so zeigten die Anwesenden ersteres in erheblichem Maße. So wurde über die Frage diskutiert, ob und wie man mit AfD-Anhängern diskutieren soll und wie ein aufgeklärter Patriotismus aussehen kann. Thea Dorn unternahm Ausflüge in die Geschichte und die Philosophie, um den Schüler/innen ihre Themen und ihre Thesen nahe zu bringen, sie erzählte von ihrem Besuch bei einer Trump- Wahlveranstaltung und äußerte ihre Sorge, das gesellschaftliche Auseinanderdriften könne in eine schwierige, schlimmstenfalls bürgerkriegsähnliche Zukunft führen. Der anwesende Jahrgang Q1 beteiligte sich angeregt an der Diskussion, die sicher für viele Perspektiven eines möglichen Engagements aufgezeigt hat.

Claudia Oedekoven