Deutschintensivklasse (Dikla) an der Diltheyschule

Allgemeine Informationen

Eine Intensivklasse richtet sich an alle Schülerinnen und Schüler, die aus dem Ausland kommen und über keine oder nur geringe Deutschkenntnisse verfügen.

Die Diltheyschule hat nun seit mehr als sechs Jahren solch eine Intensivklasse eingerichtet. Seit dem 11.01.2016 bieten wir Kindern und Jugendlichen, die als Geflüchtete oder Zuwanderer mit wenig bis keinen Deutschkenntnissen nach Deutschland kommen, Deutschunterricht in eigens dafür eingerichteten Klasse an.

Im Zuge des Krieges in der Ukraine haben wir nach den Osterferien 2022 erneut eine zweite Intensivklasse eingerichtet, sodass derzeit zwei Lerngruppen mit jeweils 18 Schülerinnen und Schülern an der Diltheyschule unterrichtet werden.

Herkunft der Kinder und Jugendlichen

Das Alter und die Herkunftsländer der Kinder und Jugendlichen divergieren ebenso wie die Motive der Migration. So sind sie zwischen 10 und 17 Jahren alt und kommen aus den unterschiedlichsten Ländern – Syrien, Afghanistan, Eritrea, dem Irak, Pakistan, Jordanien, Indien, Vietnam, Rumänien, Serbien, Bosnien, Italien, Türkei, Spanien, Polen, Ukraine, Russland.

Jede und jeder Einzelne kommt mit einer eigenen persönlichen Geschichte im Gepäck an unsere Schule. Für sie ist alles neu – die Menschen, die Umgebung, die Regeln, und vor allem die Sprache. Manche Kinder benötigen mehr Zeit, sich an all das zu gewöhnen, und gleichzeitig ist es immer wieder schön zu beobachten, wie kooperativ und konstruktiv die Lernenden zusammenarbeiten, sich gegenseitig unterstützen und akzeptieren.

Die individuellen Migrationsbiografien der Kinder und Jugendlichen sowie das unterschiedliche soziokulturelle Umfeld und die unterschiedlichen Veranlagungen jeder/s Einzelnen erhöhen die Vielfalt in der Deutschintensivklasse und bedeuten Bereicherung und Herausforderung zugleich.

Die Anforderungen, die die Beschulung einer solch heterogenen Lerngruppe an die Lehrkräfte stellt, sind hoch. Ein breites Maß an Individualisierung und Differenzierung ist notwendig, um die Lernenden schülergerecht fördern und fordern zu können.

Unterricht

In der Deutschintensivklasse erhalten die Lernenden 22 Stunden Deutschunterricht wöchentlich. Davon werden einzelne Stunden auch in Kunst, Mathematik, Politik und Wirtschaft sowie Sport unterrichtet, darüber hinaus erhalten sie zwei Stunden Englischunterricht in der Woche.

Orientierungsgrundlage des Deutschunterrichts „Deutsch als Fremdsprache“ ist Der gemeinsame europäische Referenzrahmen (GeR).

Dieser Rahmenplan umfasst die vier Kompetenzbereiche: Lesen, Hören, Schreiben und Sprechen. Umgesetzt wird dies durch das Lesen und Hören von, dem Lernstand der Lernenden angepassten, Texten sowie deren Wiedergabe in mündlicher und schriftlicher Form.

Neben der Vermittlung von sprachlichen, werden die sozialen Kompetenzen der Lernenden gestärkt und durch die Einbeziehung von gesellschaftlichen und landeskundlichen Themen wird ebenso deren interkulturelle Kompetenz gefördert.

Je nach Entwicklung entscheiden die Lehrkräfte, die in dieser Klasse unterrichten, ob einzelne Schülerinnen und Schüler sprachlich schon so weit sind, in einer ihrem Alter entsprechenden Regelklasse an unserer Schule in einzelnen Fächern zu hospitieren. Diese Hospitation bietet eine Möglichkeit, den Schulalltag einer Regelklasse kennenzulernen und weitere Kontakte zu Muttersprachlern zu knüpfen.

Und dann?

In der Regel bleiben die Lernenden für zwei Jahre in dieser Intensivmaßnahme.

Mit Beendigung dieser intensiven Deutschförderung verlassen die meisten dieser Kinder und Jugendlichen unsere Schule und erhalten – sofern es ihr Sprachniveau zulässt – einen Schulplatz an einer Schule in einem anderen Schulzweig (Förderschule, Haupt- und Realschule oder Gesamtschule) oder sie beginnen eine Berufsausbildung im dualen System bestehend aus Berufsschule und Ausbildungsbetrieb.

Thekla Kohl

Seit dem 11.01.2016 hat die Diltheyschule eine Deutschintensivklasse eingerichtet.

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Unterricht in der DIKLA 1

Die Schülerinnen und Schüler sind zwischen 10 und 17 Jahren alt und kommen aus acht verschiedenen Ländern.

In der Dikla lernen die Schülerinnen und Schüler Deutsch, damit sie, wenn es ihre Deutschkenntnisse zulassen, nach ihren individuellen Voraussetzungen in den Regelunterricht integriert werden können.

Trotz der sprachlichen und kulturellen Unterschiede hat sich, unter der Leitung von Frau Kohl, Frau Kaiser und Frau Villani, eine offene, fröhliche und konstruktive Klassengemeinschaft gebildet, die sich gegenseitig ausgezeichnet unterstützt. Die Kinder und Jugendlichen sind engagiert, kommen gerne und mit viel Freude an unsere Schule. Sie machen große Fortschritte in der deutschen Sprache.

Nach und nach werden die Schülerinnen und Schüler ihrem Alter entsprechend in kleinen Gruppen in den Fächern Musik, Kunst und Sport in die Regelklassen integriert.

Mittlerweile haben sie schon viele Kontakte zu anderen Schülerinnen und Schüler der Diltheyschule knüpfen können.

An dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich bei allen Mitgliedern der Dilthey-Schulgemeinde für den freundlichen Empfang bedanken, insbesondere auch bei den Schülerinnen und Schülern, die immer wieder tatkräftig als Dolmetscher zur Verfügung stehen und bei den Kolleginnen und Kollegen, die ihre Bereitschaft zeigen, ihren Unterricht für Schülerinnen und Schüler der Dikla zu öffnen.

Für die finanzielle Unterstützung der Deutschintensivklasse möchten wir uns recht herzlich bei der Wiesbadener und Berliner Freimaurer Loge, hier besonders bei Herrn Börgers und Herrn Dr. Roth-Kleyer, bedanken.

Nach den Sommerferien 2016 richteten wir an unserer Schule eine weitere Intensivklasse ein, sodass wir insgesamt 30 Schülerinnen und Schüler in den beiden Intensivklassen unterrichteten.

Die Kinder und Jugendlichen kommen aus Afghanistan, Syrien, Rumänien, Pakistan, Türkei, Italien, Spanien, Bulgarien, Irak, Polen und Vietnam.

Trotz dieser oder gerade wegen dieser Heterogenität arbeiten die Lernenden gut zusammen, profitieren voneinander und machen gute Fortschritte im Erlernen der deutschen Sprache und Kultur.

Nach den Herbstferien 2016 konnten alle Schülerinnen und Schüler in einem Zeitraum von zwei bis vier Wochen an dem Unterricht unserer Regelklassen teilnehmen. Sie wurden ihrem Alter entsprechend meist zu zweit von einer Klasse aufgenommen und konnten so den Alltag eines Regelschülers erleben. Spannend war dies vor allem, weil die Intensivklassen-Schülerinnen und Schüler somit an dem Unterricht in allen Fächern partizipiert haben.

In dieser Zeit waren die Fortschritte einiger Kinder und Jugendlicher so groß, dass wir ihnen den Verbleib in der Regelklasse bis zum Halbjahr ermöglicht haben. Mittlerweile haben sich sechs der Schülerinnen und Schüler so gut integriert und ihr Arbeits- sowie ihr Sozialverhalten sind vorbildlich, weshalb sie seit Beginn des 2. Halbjahres reguläre Schüler unserer Schule sind. Ihre positive Entwicklung in allen Bereichen bestätigt unsere Entscheidung.

Eine Schülerin ist hier besonders hervorzuheben, da es ihr gelungen ist, Klassenbeste zu werden.

Was jedoch den Erfolg und die Anstrengungen der anderen ehemaligen Intensivklassenschüler nicht schmälern soll, denn jede/r von ihnen leistet enorm viel und es ist bewundernswert, wie sie all dies – vor dem Hintergrund ihrer persönlichen Geschichte – meistern.

Darüber hinaus freuen wir uns auch sehr über die Aufnahme ehemaliger Intensivklassen-Schülerinnen und Schüler anderer Schulen, die wir ebenfalls seit dem letzten Schuljahr in unseren Regelklassen beschulen; mittlerweile haben einige von ihnen die E-Phase erreicht.

Dies alles ist allerdings nur möglich, weil die Kolleginnen und Kollegen, die diese Schülerinnen und Schüler unterrichten – sei es in den Intensivklassen oder den Regelklassen – bereit sind, sich dieser besonderen Herausforderung zu stellen und hierbei hervorragende Arbeit leisten, indem sie die Kinder und Jugendlichen unterstützen und ein hohes Maß an Empathie und Verständnis für sie mitbringen.

Mit Beginn des Schuljahres 2017/18 unterrichten wir wieder nur eine Intensivklasse an unserer Schule. Viele unserer Intensivklassenschüler wurden über ein Jahr im Rahmen einer Deutsch-Fördermaßnahme an unserer Schule unterrichtet. Mit Beendigung dieser intensiven Deutschförderung haben diese Kinder und Jugendlichen auch unsere Schule verlassen und haben einen Schulplatz an einer Schule in einem anderen Schulzweig (Förderschule, Haupt- und Realschule oder Gesamtschule) bekommen. In dieser verbleibenden Intensivklasse sind derzeit 16 Schülerinnen und Schüler, die mindestens bis zum Halbjahr an unserer Schule beschult werden.

Damit gehören wir zu einem von zwei Gymnasien in Wiesbaden, die nach wie vor eine Intensivklasse unterrichten.

Thekla Kohl (Klassenlehrerin)