Rückkehr zur neunjährigen Gymnasialzeit

„Altes bewahren, dem Neuen sich öffnen.“ In diesem Sinne hat sich die Diltheyschule dafür entschieden, zu einem neuen G9 aufzubrechen. Schülerinnen und Schüler, die ab dem Schuljahr 2014/15 bei uns in die 5. Klasse eingeschult wurden, begleiten wir 9 Jahre zum Abitur.

In einem von intensiver, konstruktiver und vor allem verantwortungsvoller Zusammenarbeit aller schulischen Gremien geprägten Prozess haben wir uns gemeinsam dafür entschieden, die Sekundarstufe I bei uns um ein Schuljahr zu verlängern. Unser Schulprofil – insbesondere das Biberacher Modell für unsere „Lateiner“, die vorgezogene 2. Fremdsprache für unsere „Engländer“, das Ganztagsangebot, der musikalische Schwerpunkt und nicht zuletzt unsere Ausrichtung als „Kulturschule des Landes Hessen“ – soll dabei erhalten bleiben und gestärkt werden.

Die Diltheyschule fühlt sich ihrer Tradition als humanistisches Gymnasium verpflichtet. Neben fachlichen Qualifikationen möchten wir unseren Schülerinnen und Schülern Werte vermitteln, die sie befähigen, moralisch urteilen und handeln zu können. Im Sinne unseres Namensgebers Wilhelm Dilthey wollen wir unsere Schülerinnen und Schüler dabei begleiten und unterstützen, Verantwortungsbewusstsein und Reflexionsfähigkeit zu entwickeln. Wir wollen sie in ihrer Individualität fördern und zur Selbstbestimmtheit anleiten. Unser Bildungsverständnis ist ein ganzheitliches. Vertiefte Bildung braucht Zeit.

Konzeption für einen Wechsel von einer 5- zu einer 6-jährig organisierten Mittelstufe der laufenden Jahrgänge 5, 6 und 7 an der Diltheyschule Wiesbaden

I. Curriculare und pädagogische Grundlage für den Wechsel der laufenden Jahrgänge 5, 6 und 7

Die pädagogische Grundlage für den Wechsel der laufenden Jahrgänge 5, 6 und 7 bilden die Ausführungen im G9-Konzept für die im Schuljahr 2014/15 eintretenden Schülerinnen und Schüler. Für die drei laufenden Jahrgänge, die zum Zeitpunkt eines Wechsels ein, zwei oder drei Jahre der 5-jährig organisierten Mittelstufe absolviert haben, kommt in pädagogischer Hinsicht vor allem der Aspekt der zeitlichen Verdichtung für diese drei Jahrgänge in den kommenden Jahrgangsstufen 8 und 9 zum Tragen.

Da gerade in der Mittelstufe Zeit einen elementaren Faktor für den Findungs- und Reifungsprozess unserer Schülerinnen und Schüler darstellt, bietet sich auch für die laufenden Jahrgänge 5, 6 und 7 durch die zeitliche Spreizung der Mittelstufe die Möglichkeit, die vielfältigen Angebote der Diltheyschule ohne Zeitdruck voll ausschöpfen zu können. Engagement in außerunterrichtlichen Projekten und AGs unterstützt die Schülerinnen und Schüler in ihrer Persönlichkeitsentwicklung.

Diese größere Differenzierung der zeitlichen Ausgestaltung des gymnasialen Bildungsgangs steht aus Sicht der Eltern und der Schülerschaft möglicherweise die Sorge vor der Neuzusammensetzung der bestehenden Klassenverbände entgegen. In der Abwägung dieser beiden Aspekte beinhaltet nach unserer Ansicht jedoch der vergrößerter Entwicklungs-spielraum vieler einzelner Schülerinnen und Schüler insgesamt mehr Vorteile.

Grundsätzlich bilden die Lehrpläne G8 die curriculare Grundlage für den 5-jährig organisierten Bildungsgang der Mittelstufe. Grundsätzlich bilden die Lehrpläne G9 die curriculare Grundlage für den 6-jährig organisierten Bildungsgang der Mittelstufe.

Die Fachschaften erarbeiten bei abweichenden Stundenzahlen in den Übergangsstundentafeln (s. II. 1.) eine eindeutige Zuordnung von Lerninhalten zu den Kompetenzanforderungen der jeweiligen Jahrgangsstufen, so dass am Ende der beiden zeitlichen Ausgestaltungen des gymnasialen Bildungsganges das Erreichen der jeweiligen Abschlussprofile der Mittelstufe sichergestellt ist.

II. Unterrichtsorganisation in den Jahrgängen der Mittelstufe

1. Schulspezifische Ausgestaltung der Kontingentstundentafel

Bei der Bildung von G9-Klassen erfolgt die Erteilung des Unterrichts nach Übergangs-stundentafeln, die für den jeweiligen Jahrgang spezifisch ausgestaltet sind (siehe Anhang). Grundlage bilden die spezifischen G8- und G9-Stundentafeln der Diltheyschule. Die vorliegenden Ergebnisse der Elternbefragungen lassen in jeder Jahrgangsstufe eine Mehrheit von Schülerinnen und Schülern erwarten, deren Eltern den 6-jährigen gymnasialen Bildungsgang (G9) wünschen.

2. Fremdsprachenfolge und Fremdsprachenangebot

a) Fremdsprachenunterricht im 6-jährigen gymnasialen Bildungsgang

Die Schülerinnen und Schüler, die den 6-jährigen gymnasialen Bildungsgang wählen, werden in den Fremdsprachen nach Fremdsprachenfolge differenziert unterrichtet.

Das bestehende Angebot in der 1. und 2. Fremdsprache bleibt für den 6-jährigen gymnasialen Bildungsgang (G9) erhalten. Um auch im 5-jährigen gymnasialen Bildungsgang ein möglichst breites Angebot erstellen zu können, wird in Abhängigkeit vom Ausgang des Wahl- und Anmeldeverfahrens der Fremdsprachenunterricht in Klassen der laufenden Jahrgänge 6 und 7 mit erster Fremdsprache Englisch zum Teil gemeinsam mit G8-Schülerinnen und -Schülern durchgeführt. Die Lernprogression für G8-Schülerinnen und -Schüler bis zum Erreichen der jeweiligen Abschlussprofile der Mittelstufe muss in diesen Lerngruppen berücksichtigt werden.

Die 3. Fremdsprachen werden für die Übergangsjahrgänge ab dem Schuljahr 2015/16 voraussichtlich in jahrgangsübergreifenden Kursen für G8-/G9-Schülerinnen und -Schüler angeboten.

b) Fremdsprachenunterricht im 5-jährigen gymnasialen Bildungsgang

Laufender Jahrgang 5
G8-Schülerinnen und -Schüler bilden einen Klassenverband. Grundlage des Unterrichts nach G8 ist die Stundentafel für die Schülerinnen und Schüler mit der 1. Fremdsprache Latein. Ziel des Fremdsprachenunterrichts im 5-jährigen gymnasialen Bildungsgang (G8) ist die Zusammenführung der Lerngruppen im Fach Latein ab der Jahrgangsstufe 7.

Englisch:
Der Fremdsprachenunterricht in Englisch erfolgt in den Schuljahren 2014/15 und 2015/16 binnendifferenziert mit G8-/G9-Schülerinnen und -Schülern des gleichen Jahrgangs mit dem Ziel der Herstellung gleicher Unterrichtsvoraussetzungen. Die im hessischen Kerncurriculum dargestellten lernzeitbezogenen Kompetenzerwartungen in Englisch beziehen sich auf das Anforderungsniveau der zweiten Fremdsprache.

Latein:
Der Fremdsprachenunterricht in Latein erfolgt im Schuljahr 2014/15 differenziert nach Fremdsprachenfolge. Für Schülerinnen und Schüler mit erster Fremdsprache Englisch entfällt im Jahrgang 6 von der Stundentafel abweichend das Fach Erdkunde, da die Stunden bereits im Jahrgang 5 unterrichtet wurden. Der Lateinunterricht erfolgt für diese Schülerinnen und Schüler in vermutlich sehr kleinen Lerngruppen 6-stündig, sodass ab dem Schuljahr 2015/16 binnendifferenziert gemeinsamer Unterricht mit den Schülerinnen und Schülern der 1. Fremdsprache stattfinden kann. Die im hessischen Kerncurriculum im Fach Latein ausgewiesene Spracherwerbsphase sollte grundsätzlich den Unterricht bis einschließlich Jahrgang 8 umfassen, die Übergangsphase umfasst dann einen Zeitraum von einem Jahr. Lerngruppenspezifische Anpassungen sind möglich, insbesondere eine Phase der Kombi-nation von Spracherwerb und Übergang zur Lektüre.

3. Fremdsprachen (Französisch/Griechisch/Spanisch):
G8-Schülerinnen und -Schüler des laufenden Jahrgangs 5 können ab der Jahrgangsstufe 8 in jahrgangsübergreifenden Angeboten der 3. Fremdsprachen mit den G9-Schülerinnen und -Schülern der nächst höheren Jahrgangsstufe gemeinsam unterrichtet werden. Sollte im darüber liegenden Jahrgang kein G9-Angebot zustande kommen, gelten die Hinweise zur 3. Fremdsprache dem laufenden Jahrgang 7 entsprechend. Die Kooperation mit der Leibnizschule in Spanisch bleibt nach Maßgabe der von der Leibnizschule erteilten Plätze für G8- und G9-Schülerinnen und -Schüler erhalten.

Laufender Jahrgang 6
G8-Schülerinnen und -Schüler bilden einen Klassenverband. Die G8-Schülerinnen und -Schüler mit der Fremdsprachenfolge Latein (1. FS) – Englisch (2. FS) werden nach der G8-Stundentafel der Diltheyschule unterrichtet. Der Fremdsprachenunterricht erfolgt ggf. binnendifferenziert mit G9-Schülerinnen und -Schülern.

Für G8-Schülerinnen und -Schüler mit erster Fremdsprache Englisch gilt für den Fremdsprachenunterricht:

Englisch:
Der Fremdsprachenunterricht in Englisch erfolgt für G8-Schülerinnen und -Schüler binnendifferenziert gemeinsam mit den G9-Schülerinnen und -Schülern der gleichen Jahrgangsstufe. Die Lernprogression für G8-Schülerinnen und -Schüler bis zum Erreichen der jeweiligen Abschlussprofile der Mittelstufe muss in diesen Lerngruppen berücksichtigt werden.

Fremdsprachen Latein/Französisch:
Der Fremdsprachenunterricht in Latein und Französisch erfolgt für G8-Schülerinnen und Schüler binnendifferenziert gemeinsam mit den G9-Schülerinnen und -Schülern der gleichen Jahrgangsstufe. G8-Schülerinnen und -Schüler belegen im Jahrgang 9 verpflichtend zwei Stunden Wahlunterricht (Intensivierung) in der 2. Fremdsprache. Die Fachschaften Latein und Französisch erarbeiten jahrgangsspezifische Fachcurricula, die diese Rahmenbedingungen bei der Lernprogression für G8-Schülerinnen und -Schüler bis zum Erreichen der jeweiligen Abschlussprofile der Mittelstufe berücksichtigen.
2. Fremdsprachen (Französisch/Griechisch/Spanisch):
G8-Schülerinnen und -Schüler mit 1. Fremdsprache Englisch müssen bei der Wahl einer 3. Fremdsprache die Verpflichtungen in der 2. Fremdsprache berücksichtigen. Ansonsten gelten sinngemäß die Ausführungen zum laufenden Jahrgang 5 auch für den laufenden Jahrgang 6.

Laufender Jahrgang 7
G8-Schülerinnen und -Schüler bilden einen Klassenverband. Sollten mehr als eine G8-Klasse gebildet werden können, wird nach Möglichkeit bei der Klassenbildung die Fremdsprachen-folge berücksichtigt.

Die G8-Schülerinnen und -Schüler mit der Fremdsprachenfolge Latein (1. FS) – Englisch (2. FS) werden nach der G8-Stundentafel der Diltheyschule unterrichtet. Der Fremdsprachen-unterricht erfolgt ggf. binnendifferenziert mit G9-Schülerinnen und -Schülern.

Für G8-Schülerinnen und -Schüler mit erster Fremdsprache Englisch gilt für den Fremdsprachenunterricht:

Englisch:
Der Fremdsprachenunterricht in Englisch erfolgt für G8-Schülerinnen und Schüler binnendifferenziert gemeinsam mit den G9-Schülerinnen und -Schülern der gleichen Jahrgangsstufe. Die Lernprogression für G8-Schülerinnen und -Schüler bis zum Erreichen der jeweiligen Abschlussprofile der Mittelstufe muss in diesen Lerngruppen berücksichtigt werden.
2. Fremdsprachen Latein/Französisch:
Der Fremdsprachenunterricht in Latein und Französisch erfolgt für G8-Schülerinnen und Schüler binnendifferenziert gemeinsam mit den G9-Schülerinnen und -Schülern der gleichen Jahrgangsstufe. Die Lernprogression für G8-Schülerinnen und -Schüler bis zum Erreichen der jeweiligen Abschlussprofile der Mittelstufe muss in den Schuljahren 2014/15 und 2015/16 berücksichtigt werden.
Fremdsprachen (Französisch/Griechisch/Spanisch):
Schülerinnen und Schüler des laufenden Jahrgangs 7, die den 5-jährigen gymnasialen Bildungsgang wählen, können erst ab dem Schuljahr 2015/16 in der Jahrgangsstufe 9 an einem weiteren Fremdsprachenangebot der Diltheyschule (Französisch/Griechisch) teilnehmen. Der Unterricht in Griechisch oder Französisch erfolgt dann mit den G9-Schülerinnen und -Schülern des gleichen Jahrgangs gemeinsam. Das Fach Griechisch wird für diese Schülerinnen und Schüler nicht zur zweiten Fremdsprache. Beide Sprachen (Griechisch, Französisch) zählen in der Sekundarstufe II nicht als fortgeführte Sprachen der Mittelstufe, decken aber die Unterrichtsverpflichtungen als Profilbildungsstunden (WU) in der Einführungsphase ab. Beide Sprachen können in der Oberstufe belegt und in die Abiturwertung eingebracht werden, sofern mindestens ein Kurs aus dem letzten Lernjahr eingebracht wird. Das Fach Griechisch wird für diese Lerngruppe bis zum Schuljahr 2017/18 einschließlich Q2 vierstündig unterrichtet, sodass das Graecum erlangt werden kann.+

Das Fach Spanisch als neue Fremdsprache kann ab dem Schuljahr 2015/16 in einem jahrgangsübergreifenden Angebot mit den Schülerinnen und Schülern der darüber liegenden Jahrgangsstufe begonnen werden. Auch Spanisch als neue Fremdsprache kann in der Oberstufe belegt und in die Abiturwertung eingebracht werden, sofern mindestens ein Kurs aus dem letzten Lernjahr eingebracht wird. Das letzte Lernjahr erfolgt binnendifferenziert mit den G9-Schülerinnen und -Schülern des gleichen Jahrgangs.

Die Kooperation mit der Leibnizschule in Spanisch, mit der Gutenbergschule in Russisch und dem Gymnasium am Mosbacher Berg in Italienisch bleiben nach Maßgabe der von diesen Schulen zugeteilten Plätze für G8-Schülerinnen und -Schüler ab Schuljahr 2014/15 und für G9-Schülerinnen und -Schüler ab dem Schuljahr 2015/16 erhalten.

3. Wahlunterricht/ Profilangebote

Alle Schülerinnen und Schüler im 5-jährigen gymnasialen Bildungsgang können bis einschließlich Jahrgangsstufe 7 insgesamt zwei Stunden Wahlunterricht absolvieren. Schülerinnen und Schüler des laufenden Jahrgangs 7, die den 5-jährigen gymnasialen Bildungsgang wählen, erfüllen ihre Verpflichtungen im Wahlunterricht im Schuljahr 2014/15 mit Hilfe des AG-Angebots der Diltheyschule. Im Schuljahr 2015/16 können sie neben dem Fremdsprachenangebot auch am sonstigen WU-Angebot des 6-jährigen gymnasialen Bildungsgangs teilnehmen. Die Fortführungen im Schuljahr 2016/17 werden als Profilbildungsstunden (WU) in der Einführungsphase anerkannt.

Für die laufende Jahrgangsstufe 5 bleibt die bisherige Kurseinteilung in den Fächern Musik und Kunst in den jeweiligen Schwerpunktklassen bestehen, G8- und G9-Schülerinnen und -Schüler werden gemeinsam unterrichtet.

4. Klassenzusammensetzung

Bei der Bildung einzelner G8- und G9-Klassen kann es zu einer Neuzusammensetzung der Klassen kommen. Die Veränderungen der Klassengemeinschaften sind abhängig vom Ausgang der anonymisierten Elternbefragung und dem anschließenden Anmeldeverfahren zur Klassenbildung. Es werden nur notwendige Veränderungen vorgenommen, denn der Erhalt der Klassengemeinschaft hat Vorrang vor der Gleichverteilung der Schülerinnen und Schüler.

5. Umgang mit Nichtversetzungen in der Sekundarstufe I

Bei Bildung einzelner G8- und G9-Klassen können Wiederholer des letzten einheitlichen G8-Jahrgangs bei Nichtversetzung den Jahrgang in einer G8-Klasse des darauffolgenden Jahrgangs wiederholen. Bei einem Wechsel einer gesamten Jahrgangsstufe zum 6-jährigen gymnasialen Bildungsgang bedeutet eine Nichtversetzung in der darüber liegenden Jahrgangsstufe sowohl eine Wiederholung der Jahrgangsstufe als auch ein Wechsel zu G9.

Für Schülerinnen und Schüler in gemischten G8-/G9-Jahrgängen entscheidet die Versetzungskonferenz unter Berücksichtigung der Verordnung zur Gestaltung des Schulverhältnisses (§19,9) bei Nichtversetzung über die Zuordnung in den 5-jährigen oder 6-jährigen gymnasialen Bildungsgang.

Werden Schülerinnen oder Schüler im Schuljahr 2014/15 in der Jahrgangsstufe 6 in einer G8-Klasse nicht versetzt, wiederholen sie die Jahrgangsstufe 6 im 6-jährig organisierten gymnasialen Bildungsgang (G9).

IV. Eintritt der einzelnen G8- oder G9-Klasse in die Gymnasiale Oberstufe

1. Kursangebot in der gymnasialen Oberstufe

Die Fortführung einzelner G8-Klassen aus dem höchsten wechselnden Jahrgang in der Einführungsphase oder in der Qualifikationsphase erfordert eine Mindestgröße von 16 Schülerinnen und -Schülern.

Sollten sich weniger als 70 Schülerinnen und Schüler in der höchsten wechselnden Jahrgangsstufe für einen der beiden zeitlich unterschiedlichen Organisationsformen des gymnasialen Bildungsgangs entscheiden, ist mit Einschränkungen im Kursangebot der gymnasialen Oberstufe zu rechnen. Eine erweiterte Kooperation mit der Leibnizschule wird für diese Schülerinnen und Schüler angestrebt. Bei der Einrichtung nur einer G8-Klasse in der höchsten wechselnden Jahrgangsstufe können die Schülerinnen und Schüler in der Einführungsphase entscheiden, ob sie mit einem deutlich eingeschränkten Kursangebot die Qualifikationsphase an der Diltheyschule im „Klassenverband“ durchlaufen wollen oder ob ein Kursangebot in einer erweiterten Kooperation mit der Leibnizschule erstellt werden soll.

Sollten G9-Angebote in den laufenden Jahrgangsstufen 6 und 7 zustande kommen, gilt für den Unterricht in der gymnasialen Oberstufe, dass G8-Schülerinnen und -Schüler der laufenden Jahrgänge 5 und 6 mit G9-Schülerinnen und -Schülern des jeweils darüber liegenden Jahrgangs gemeinsam unterrichtet werden können. Insbesondere wird ein gemeinsames Kursangebot für die Qualifikationsphase erstellt, sodass so ein gewohnt breites Spektrum an Grund- und Leistungskursen angeboten werden kann.

2. Umgang mit Schülerinnen und Schülern des letzten nicht betroffenen G8-Jahrgangs, die in der Gymnasiale Oberstufe wiederholen

Schülerinnen und Schüler des letzten einheitlichen G8-Jahrgangs (laufender Jahrgang 8) können bei Nichtzulassung zur Qualifikationsphase die Einführungsphase in einer G8-Klasse des Folgejahrgangs wiederholen, wenn im laufenden Jahrgang 7 mindestens eine G8-Klasse gebildet wird. Bei einer Nichtzulassung zu den Abiturprüfungen oder einem Nichtbestehen des Abiturs kann nur auf das eventuell eingerichtete, erweiterte Angebot in Kooperation mit der Nachbarschule zurückgegriffen werden. Sollte kein G8-Angebot im laufenden Jahrgang 7 zustande kommen oder keine erweiterte Kooperation mit der Nachbarschule in der gymnasialen Oberstufe, muss bei einer Nichtzulassung zur Qualifikationsphase, einer Nichtzulassung zu den Abiturprüfungen oder einem Nichtbestehen des Abiturs die Schule verlassen werden. Die Ausführungen gelten sinngemäß für die laufenden Jahrgänge 6 und 7, wenn im jeweiligen Jahrgang kein G9-Angebot zustande kommt. Für den laufenden Jahrgang 5 steht fest, dass im darunter liegenden Jahrgang die 5-jährige Ausgestaltung des gymnasialen Bildungsgangs an der Diltheyschule nicht mehr angeboten wird.

V. Einfluss des Wechsels auf Schulentwicklungsprozesse

Ergänzend zu den Ausführungen im G9-Konzept für die im Schuljahr 2014/15 eintretenden Schülerinnen und Schüler stärkt der Wechsel der laufenden Jahrgänge das Fremdsprachen-profil der Diltheyschule, insbesondere im Bereich der 3. Fremdsprachen.

Durch die konzeptionell vorgesehene Einbeziehung der drei laufenden Jahrgänge 5, 6 und 7 wird der überwiegenden Mehrheit der Schülerinnen und Schüler dieses Fremdsprachen-angebot nähergebracht. Zugleich kann zukünftig eine Stabilisierung der Angebote im Bereich der beiden weiteren Profilschwerpunkte „Kulturschule“ und „Schule mit musikalischem Schwerpunkt“ erfolgen.

VI. Koordination und Unterstützung für Kolleginnen und Kollegen in jahrgangsübergreifenden und/oder binnendifferenziert zu unterrichtenden Lerngruppen

Die Fachschaften erarbeiten bei abweichenden Stundenzahlen in den Übergangsstundentafeln (s. II. 1.) eine eindeutige Zuordnung von Lerninhalten zu den Kompetenzanforderungen der jeweiligen Jahrgangsstufen, so dass am Ende der beiden zeitlichen Ausgestaltungen des gymnasialen Bildungsganges das Erreichen der jeweiligen Abschlussprofile der Mittelstufe sichergestellt ist.

Auf Basis der Ergebnisse der beiden Pädagogischen Tage 2012 (Umgang mit Heterogenität) und 2013 (Kompetenzorientiert unterrichten) wird die curriculare Entwicklung für die Übergangsjahrgänge im Wesentlichen in den Fachschaften geleistet. Die AG „Selbstständiges Lernen“, bestehend aus 12 Kolleginnen und Kollegen aller Fachrichtungen, steuert den im Schuljahr 2013/14 begonnenen Modellversuch „Selbständiges Lernen“ in der laufenden Jahrgangsstufe 5. Die dort bisher gemachten Erfahrungen werden entsprechend der Fachschaftsanbindungen kollegial und zielgerichtet weitergereicht, um die Kolleginnen und Kollegen bei der Umsetzung der curricularen Konzepten in den jahrgangsübergreifenden und/oder binnendifferenziert zu unterrichtenden Lerngruppen der Übergangsjahrgänge zu unterstützen. Zusätzlich werden im Rahmen des Kleinen Schulbudgets Rücklagen aus dem Jahr 2011 zugunsten des Fortbildungsbudgets aufgelöst, um dem Kollegium weitere kompetente Fortbildungsangebote im Umgang mit Heterogenität zu machen.