Evangelische Religion

Das Fach Evangelische Religion (alternativ: Katholische Religion oder Ethik) wird an der Diltheyschule in allen Jahrgängen bis zum Abitur zweistündig unterrichtet und kann auch als Abiturfach mit mündlicher Prüfung oder Präsentationsprüfung gewählt werden.

Für Schülerinnen und Schüler, die während ihrer Schulzeit aus persönlichen Gründen von „Religion“ zu „Ethik“ (und umgekehrt) wechseln wollen, ist dies jeweils zu Beginn eines Schuljahres möglich; der Antrag hierzu muss schriftlich acht Wochen vor Schuljahresende erfolgen.

Gründe für die Teilnahme am Religionsunterricht

Dass das Fach Religion im Fächerkanon der Schulen „das Salz in der Suppe“ ist (Ernst Tilly, in: ru intern 1/2001) mag für manchen übertrieben klingen. Dennoch ist die Relevanz des Faches in der gegenwärtigen Situation junger Menschen in unserem Land unbestritten: „Die Regeln, Normen und Werte unseres Zusammenlebens verdanken sich weitgehend der christlichen Glaubenstradition. Literatur, bildende Kunst, Musik – bis hinein in die Motive der Popkultur – bleiben ohne Kenntnis der biblischen Inhalte weitgehend verschlossen. …Wer die eigene Lebenswelt verstehen will, muss die christliche Religion kennen – auch ohne sich zu ihr bekennen zu wollen oder zu müssen. “ (M. Wermke, Aus gutem Grund: Religionsunterricht, 2002) Insofern geht der Religionsunterricht an öffentlichen Schulen wie der Diltheyschule weit über die Vermittlung von „handfesten“ Inhalten (biblisch-theologischem, kirchengeschichtlichem und religionsgeschichtlichem Wissen) hinaus: Er ist ein Angebot zur Identitätsfindung und Persönlichkeitsbildung.

Die Themen des evangelischen Religionsunterrichts behandeln existentielle Fragen von Heranwachsenden, etwa:

  • Was bedeutet es, an Gott zu glauben?
  • Existiert Gott wirklich? (Theologie und Religionskritik)
  • Was kommt nach dem Ende: Gibt es ein Weiterleben nach dem Tod? (Eschatologie)
  • Was ist Wirklichkeit? Was ist Wahrheit? (Ontologie)
  • Was ist Religion? Warum kommt es zu Konflikten im Zusammenhang mit Religion? Wie können sich Angehörige verschiedener Religionen verständigen?
  • Was ist der Mensch? Ist er gut oder böse? Ist er frei? (Anthropologie)
  • Ist der Mensch nur das wert, was er leistet?
  • Dürfen Wissenschaft und Forschung über den Menschen verfügen? (Menschenwürde, Menschenrechte)
  • Woher weiß ich, was gutes Handeln ist? (allgemeine Ethik)
  • Warum gibt es Leiden in der Welt? (Theodizee)
  • Wie gehen wir mit Leid, Krankheit und Behinderung um? (Sozialethik und diakonisches Handeln)
  • Wozu ermutigt uns Jesus und was mutet er uns zu? (Christologie, jesuanische Ethik)
  • Wie kann unsere Welt gerechter und friedlicher werden? (Soziale Gerechtigkeit, Friedensethik)
  • Wie lässt sich die Schöpfung bewahren? (Umweltethik)

Welche Rolle spielt der Glaube im Religionsunterricht?

Glaube ist nach christlichem Verständnis ein Geschenk; er ist nichts, was man aus eigener Anstrengung heraus erwerben kann. Darum ist Glaube auch kein Bildungsziel – aber über ihn und die mit ihm verbundenen Traditionen kann nachgedacht und reflektiert werden. Im Religionsunterricht werden „Glaube“ und „Wissen“ zueinander ins Verhältnis gesetzt.

Der Standort des Faches „Evangelische Religion“ in einer multireligiösen Gesellschaft

Eine der zentralen Herausforderungen unserer Zeit ist der Dialog zwischen dem Christentum und anderen Religionen. Der evangelische Religionsunterricht ist prinzipiell offen für alle Schülerinnen  und Schüler, ungeachtet ihrer Weltanschauung und Religionszugehörigkeit. Er soll die Heranwachsenden deshalb nicht nur in die christliche Glaubenstradition einführen, sondern sie befähigen, Menschen anderer Religionen zu begegnen und mit ihnen in einen Diskurs zu treten (Stichwort „Pluralitätsfähigkeit“). Insbesondere das Judentum als Wurzel des Christentums und der Islam als eine in Deutschland stark wachsende religiöse Gruppe werden im Unterricht in den Blick genommen.

Inghild Klodt

Lehrkräfte des Faches evangelische Religion

Gassert, Frieder-Götz (GRT)

Klodt, Inghild (KT)

Mörlein, Elke (MÖ)

Neumann, Dr. Klaus (NM)